Deutsche Tageszeitung - Fahrgastverband: GDL muss auf Streiks zu Weihnachten verzichten

Fahrgastverband: GDL muss auf Streiks zu Weihnachten verzichten


Fahrgastverband: GDL muss auf Streiks zu Weihnachten verzichten
Fahrgastverband: GDL muss auf Streiks zu Weihnachten verzichten / Foto: © AFP/Archiv

Vor dem Beginn der Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der GDL hat der Fahrgastverband Pro Bahn an die Lokführergewerkschaft appelliert, nicht zu Weihnachten zu streiken. "Die GDL sollte sich hüten, Millionen Menschen das Weihnachts- und Silvesterfest durch Streiks zu verderben", sagte der Pro-Bahn-Vorsitzende Detlef Neuß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) vom Donnerstag. Die Forderung der GDL nach mehr Lohn unterstützte Pro Bahn jedoch.

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"Wenn zu den weihnachtlichen Familientreffen keine Züge fahren, wäre das eine extreme Belastung für sehr viele Menschen", führte Neuß im Gespräch mit dem RND aus. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) habe in ihrer Tarifrunde auf Streiks in den Sommerferien verzichtet. Die GDL solle jetzt dasselbe tun, forderte der Fahrgastverband mit Blick auf die Ferien zum Jahresende.

Gleichzeitig sei es angemessen, den Lokführern und Zugbegleitern mehr Geld zu zahlen. Diese Berufsgruppen seien bei der Bahn besonders stark belastet. Auch die Forderung nach einer 35-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich sei "verständlich". Andererseits sei sie aus Sicht der Fahrgäste "hoch problematisch", sagte Neuß dem RND. Bereits jetzt fielen Züge durch Personalmangel aus. Eine 35-Stunden-Woche würde dieses Problem verschärfen. Darauf hatte bereits auch die Bahn verwiesen.

Die Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der GDL beginnen am Donnerstagmorgen in Berlin. Die Gewerkschaft fordert bei einer Tariflaufzeit von einem Jahr eine allgemeine Entgelterhöhung von mindestens 555 Euro. Außerdem will die Gewerkschaft für Beschäftigte im Schichtdienst eine Absenkung der wöchentlichen Arbeitszeit von derzeit 38 auf 35 Stunden ohne Lohnkürzungen erreichen.

Der Personalchef der Bahn, Martin Seiler, lehnte diese Forderungen bereits als "unerfüllbar" ab. Sie würden eine Erhöhung der Personalkosten um 50 Prozent bedeuten.

(I.Beryonev--DTZ)

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