Deutsche Tageszeitung - "Grobe Verletzungen der Pflichten": Signa Holding entlässt Immobilienchef fristlos

"Grobe Verletzungen der Pflichten": Signa Holding entlässt Immobilienchef fristlos


"Grobe Verletzungen der Pflichten": Signa Holding entlässt Immobilienchef fristlos
"Grobe Verletzungen der Pflichten": Signa Holding entlässt Immobilienchef fristlos / Foto: © AFP

Der insolvente österreichische Konzern Signa hat den bisherigen Chef des Immobiliengeschäfts der Holding fristlos entlassen. Timo Herzberg sei "seinen Funktionen enthoben und mit sofortiger Wirkung außerordentlich und fristlos gekündigt" worden, erklärte der Konzern am Montagabend. Es bestehe der "dringende Verdacht auf grobe Verletzungen der Pflichten als Vorstandsmitglied".

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"Leider mussten wir diese Entscheidung treffen und diesen harten Schritt setzen", erklärte Aufsichtsratschef Alfred Gusenbauer. "Die Verdachtslage war eindeutig und ließ den Aufsichtsräten keine andere Wahl."

Herzbergs Funktionen übernimmt demnach Erhard Grossnigg. "Er wird die Sanierungs- und Restrukturierungsschritte für die beiden Immobiliengesellschaften fortsetzen und in enger Abstimmung mit dem Aufsichtsrat dieser Gesellschaften agieren", erklärte das Gremium.

Gusenbauer lobte Grossnigg als "hervorragenden Fachmann und Spezialisten in Fragen der Sanierung". Mit dem Schritt schaffe das Unternehmen "weiteres Vertrauen" in der aktuellen Situation, führte er aus. Die Qualität des Signa-Prime-Portfolios bezeichnete der Aufsichtsratsvorsitzende als "hervorragend". Die Entwicklungsperspektive der Development-Projekte, die in den Toplagen der deutschsprachigen Metropolen lägen, seien "sehr gut".

Die Signa Holding des österreichischen Unternehmers René Benko hatte Ende November Insolvenz angemeldet. Hohe Baukosten, steigende Kreditzinsen und hausgemachte Probleme hatten den Handels- und Immobilienkonzern in Schieflage gebracht und bereits zur Insolvenz der Tochter Signa Real Estate Management Germany (Signa REM) geführt.

In Deutschland gehören zur Signa Holding Prestigeimmobilien wie der noch im Bau befindliche Hamburger Elbtower und das Kaufhaus des Westens in Berlin, außerdem die Warenhauskette Galeria Kaufhof mit 92 Filialen und etwa 13.800 Beschäftigten. Experten und Beschäftigte befürchten, die Pleite Signas könne das Ende von Galeria bedeuten. Der Mutterkonzern hatte 200 Millionen Dollar im Galerie-Sanierungsverfahren zugesagt, diese Unterstützung könne den Anzeichen nach nun wegfallen.

(P.Hansen--DTZ)

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