Deutsche Tageszeitung - Crédit Agricole will neue Vorhaben für fossile Energien nicht mehr direkt finanzieren

Crédit Agricole will neue Vorhaben für fossile Energien nicht mehr direkt finanzieren


Crédit Agricole will neue Vorhaben für fossile Energien nicht mehr direkt finanzieren
Crédit Agricole will neue Vorhaben für fossile Energien nicht mehr direkt finanzieren / Foto: © AFP/Archiv

Die französische Bank Crédit Agricole will keine neuen Vorhaben für fossile Brennstoffe mehr direkt finanzieren. "Wir beschließen (…), jegliche Finanzierung neuer Projekte zur Gewinnung fossiler Brennstoffe einzustellen und Energieunternehmen zu bevorzugen, die die Energiewende unterstützen", betonte Philippe Brassac, Generaldirektor der Bankengruppe, am Donnerstag in Paris. Der CO2-Ausstoß durch die von der Bank finanzierten Öl- und Gasprojekte solle um 75 Prozent reduziert werden.

Textgröße ändern:

"Das ist ein ehrgeiziges Ziel", kommentierte Lucie Pinson von der Klimaschutz-Organisation Reclaim Finance. "Crédit Agricole zeigt sich bereit, seine Kunden neu zu sortieren", erklärte sie. Kritik gebe es allerdings an der Methode. Die Bank riskiere weiterhin, nicht zweckgebundene Kredite an Unternehmen zu geben, die neue Projekte im Bereich der fossilen Energien entwickelten, betonte Pinson.

Konkret verpflichtet sich Crédit Agricole parallel zum Abschluss der Klimakonferenz in Dubai lediglich, auf die Finanzierung "unabhängiger Produzenten, die sich ausschließlich der Förderung von Öl und Gas widmen", zu verzichten. Im Fall von Konzernen wie TotalEnergies und Engie, die auch weitere Aktivitäten haben, werde die Bank "von Fall zu Fall entscheiden".

Crédit Agricole versprach, Anfang 2024 die Summe der Vorhaben zu fossilen Brennstoffen zu veröffentlichen, zu denen die Bank sich bereits verpflichtet hat.

Nach Recherchen der Zeitung "Le Monde" steht die Bank weltweit an siebter Stelle bei der Finanzierung der sogenannten "Karbon-Bomben", also Vorhaben zur Produktion von Gas und Öl, die für besonders hohen Treibhausgas verantwortlich sind. Demnach finanzieren Banken selten direkt solche Vorhaben. Vielmehr trügen sie dazu bei, in dem sie den Unternehmen Kredite gewährten, betonte "Le Monde".

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Großbritannien will mit neuem Zentrum gegen russische Desinformation vorgehen

Mit einem neuen Zentrum will die britische Regierung künftig gegen Desinformation aus Ländern wie Russland vorgehen. Das Nationale Zentrum für die Informationsverteidigung solle dabei helfen, Fakten und Fiktion voneinander zu trennen, sagte Großbritanniens Verteidigungsminister Wes Streeting am Mittwoch im Sender BBC Radio 4. Eine Welt, in der es der Öffentlichkeit schwerfalle, Propaganda und Realität zu unterscheiden, sei "ein gefährlicher Ort für eine Demokratie".

Bahn: Neue Italien-Verbindung bindet beliebte Urlaubsziele "noch komfortabler" an

Mit dem "roten Pfeil" nach Österreich oder Italien: Die Deutsche Bahn (DB) sieht in den neuen Direktverbindungen mit den Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszügen der italienischen Trenitalia auch Potenzial für Urlaubsreisende. Mit den Verbindungen von München nach Mailand und Rom seien "zahlreiche beliebte Urlaubsziele" entlang der Strecke direkt zu erreichen, erklärte die DB am Mittwoch. Sein Angebot ausbauen will auch der Bahn-Konkurrent Flixtrain.

Frankreich nach Jahren wieder auf Platz eins der Skidestinationen

Frankreich hat sich nach elf Jahren erstmals wieder den Spitzenplatz der meistbesuchten Skidestinationen erobert. Die französischen Skiorte verzeichneten in der Saison 2025/2026 einen Anstieg der Besucherzahlen um 2,4 Prozent auf gut 56 Millionen Skifahrertage, wie der Verband der Pisten- und Seilbahn-Betreiber am Mittwoch in Paris erklärte. Damit lag Frankreich vor Österreich mit knapp 54 Millionen und den USA mit knapp 53 Millionen Skifahrertagen.

Preise nicht gesunken: ADAC fordert Abschaffung der Zwölf-Uhr-Regel an Tankstellen

Seit April gilt die Zwölf-Uhr-Regel an Tankstellen - doch die Preise seien damit nicht gesunken, kritisiert der ADAC. Er forderte daher die "zeitnahe" Abschaffung der Maßnahme. Den neuen Tankrabatt ab Oktober dagegen bewertete der Autofahrerclub am Mittwoch als "richtigen Schritt" zur schnellen Entlastung der Autofahrenden. Den ab Januar geplanten Spritpreisdeckel sieht er eher skeptisch.

Textgröße ändern: