Deutsche Tageszeitung - Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall

Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall


Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall
Land Berlin kauft Fernwärmenetz von Vattenfall / Foto: © AFP

Das schwedische Energieunternehmen Vattenfall verkauft sein Fernwärmenetz an das Land Berlin. "Die heutige Unterzeichnung ist historisch und in ihrer Bedeutung für die Zukunft Berlins kaum zu überschätzen", erklärte der Regierende Bürgermeister Berlins, Kai Wegner (CDU), am Dienstag. Als Kaufpreis stehen 1,6 Milliarden Euro im Raum, der Senat muss dem Vorhaben noch zustimmen.

Textgröße ändern:

Eine entsprechende Vorlage soll dem Parlament nach Angaben der Senatsverwaltung zu Beginn des kommenden Jahres vorgelegt werden. Gibt auch das Bundeskartellamt grünes Licht, könnte der Verkauf im zweiten Quartal 2024 abgeschlossen werden. Der Kaufpreis orientiert sich am Unternehmenswert von zwei Milliarden Euro. Anpassungen sind möglich, dabei wird auch der Jahresabschluss 2023 mitberücksichtigt, wie das Energieunternehmen mitteilte.

Vattenfalls Wärmegeschäft in Berlin beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 1700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und versorgt rund 1,4 Millionen Wohneinheiten mit Warmwasser und Wärme. Nach Angaben der Senatsverwaltung ist es das größte Fernwärmenetz Westeuropas. "Wir holen die Wärme wieder nach Hause - in Berliner Landeshand", erklärte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und bezeichnete den Deal als "Meilenstein".

Auch die Gewerkschaft Verdi begrüßte die Einigung und sprach von einer Stärkung der Daseinsvorsorge des Landes. Mit der "Rekommunalisierung der Wärmeversorgung" bekomme das Land Berlin direkten Einfluss auf die Wärme- und Klimawende, erklärte Andrea Kühnemann, Landesleiterin für Berlin-Brandenburg. Zudem lobte sie die mit dem Kaufvertrag gemachten Zusagen, die Arbeitsbedingungen ohne Verschlechterungen erhalten zu wollen.

Ein finanzielles Risiko sieht derweil der Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). Die Stadt übernehme zugleich die "Verpflichtung, das Wärmenetz binnen weniger Jahre in Richtung Klimaneutralität zu entwickeln", erklärte Alexander Schirp. Dazu seien Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro nötig. "Woher dieses Geld kommen soll, ist derzeit völlig unklar", führte Schirp aus. Der Landeshaushalt gebe solche Spielräume derzeit nicht her.

(Y.Ignatiev--DTZ)

Empfohlen

Grünes Licht aus Brüssel: Henkel darf Spezialbeschichtungsfirma Stahl kaufen

Der Düsseldorfer Konzern Henkel mit seinen Marken Persil und Schwarzkopf darf die niederländische Spezialbeschichtungsfirma Stahl kaufen. Der EU-Kommission in Brüssel gab am Mittwoch grünes Licht für die Übernahme im Wert von 2,1 Milliarden Euro. Henkel stärkt damit sein Klebstoff-Geschäft, zu dem auch die bekannten Marken Pritt und Pattex gehören.

Regierung beschließt digitalen Kassenbon ab 2028

Statt Kassenbons auf Papier soll es ab 2028 digitale Belege geben: Das Bundeskabinett hat am Mittwoch neue Regeln für Kassenbelege auf den Weg gebracht. Der Gesetzentwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) sieht vor, dass Bons ab dem Jahr 2028 nicht mehr ausgedruckt, sondern in der Regel elektronisch bereitgestellt werden, zum Beispiel per E-Mail oder als QR-Code. Das Bundesfinanzministerium will damit Bürokratie abbauen und Steuer- und Finanzkriminalität bekämpfen.

Metall- und Elektroindustrie: IG Metall pocht auf fünf Prozent mehr Geld

In der anstehenden Tarifrunde für 3,7 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie pocht die IG Metall auf deutliche Verbesserungen: Der Vorstand der Industriegewerkschaft beschloss am Mittwoch die Forderung nach fünf Prozent mehr Geld und einer tariflichen Gewinnbeteiligung für "Boom-Unternehmen", wie die IG Metall mitteilte. Außerdem soll es eine "tarifliche Sicherung von Zukunft und Beschäftigung" geben.

Bundestag soll Freitag über Neuauflage des Tankrabatts abstimmen

Der Bundestag soll am Freitag über die Neuauflage des Tankrabatts abstimmen. Wie eine Sprecherin am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP sagte, wird die Steuersenkung voraussichtlich am Freitag auf die Tagesordnung des Bundestagsplenums gesetzt und an einen Tagesordnungspunkt zur Sanierung und Abwicklung von Versicherungsunternehmen (11.25 Uhr) angehängt.

Textgröße ändern: