Deutsche Tageszeitung - Urteil: Keine Mitbestimmung bei Handyverbot am Arbeitsplatz

Urteil: Keine Mitbestimmung bei Handyverbot am Arbeitsplatz


Urteil: Keine Mitbestimmung bei Handyverbot am Arbeitsplatz
Urteil: Keine Mitbestimmung bei Handyverbot am Arbeitsplatz / Foto: © AFP/Archiv

Bei der Frage eines Handyverbots am Arbeitsplatz hat der Betriebsrat kein Mitbestimmungsrecht. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt mit einem am Freitag veröffentlichten Beschluss entschieden. Ob ein solches Verbot überhaupt zulässig ist, ließen die Richter dabei aber ausdrücklich offen. (Az.: 1 ABR 24/22)

Textgröße ändern:

Im konkreten Fall hatte ein Autozulieferer aus Niedersachsen seinen Mitarbeitern die private Nutzung ihrer Handys und Smartphones verboten. Der Betriebsrat meinte, es gehe hier um das Miteinander im Betrieb; das Handyverbot sei daher mitbestimmungspflichtig.

Dem widersprach das BAG. Es verwies zur Begründung auf die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten der Smartphones wie Telefonieren, Chats, Spiele und Musik. Der Arbeitgeber habe mit seinem Verbot solche Ablenkungen vermeiden und so die Aufmerksamkeit für die Arbeit verbessern wollen. Zwar könne die Handynutzung auch das Miteinander der Beschäftigten stören, etwa durch lautes Telefonieren oder Musik; dies trete hier aber klar in den Hintergrund.

Ohne Erfolg argumentierte der Betriebsrat, die Nutzung von Smartphones sei inzwischen als "sozialadäquat" anzusehen. Ein Verbot verletze daher das Persönlichkeitsrecht der Arbeitnehmer und sei gar nicht zulässig. Doch darauf kommt es nicht an, betonte das BAG. "Die bloße – etwaige – Rechtswidrigkeit einer arbeitgeberseitigen Weisung begründet weder ein Mitbestimmungsrecht (...) noch lässt sie dieses entfallen, wenn die tatbestandlichen Voraussetzungen (...) vorliegen", heißt es in dem Beschluss.

(P.Tomczyk--DTZ)

Empfohlen

Frei mahnt rasche Reformen an - und sagt Merz Rückhalt der Fraktion zu

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat die Koalition zu einer unbeirrten Fortsetzung des Reformkurses unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgerufen. In der Unionsfraktion verfüge der Kanzler dafür auch nach den Niederlagen bei den jüngsten Wahlen über den nötigen Rückhalt, sagte Frei am Dienstag in Berlin vor Beginn der Fraktionssitzung. "Der Bundeskanzler hat unsere Unterstützung."

Verkehrstechnik-Messe Innotrans in Berlin eröffnet - Rekordzahl von Ausstellern

Mit einer Rekordzahl von Ausstellern hat am Dienstag die Verkehrstechnik-Messe Innotrans Berlin begonnen. 3170 Aussteller und damit 200 mehr als 2024 zeigen bis Freitag ihre neuesten Fahrzeuge, wie die Messe Berlin mitteilte. Es sei "die größte Innotrans" in ihrer 30-jährigen Geschichte.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn - Arbeitgeber: "Realitätsfern"

In der anstehenden Tarifrunde für 3,7 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mehrere Bezirke teilten am Dienstag die Beschlüsse ihrer Tarifkommissionen mit - am Mittwoch soll der Gewerkschaftsvorstand die Forderung für die gesamte IG Metall beschließen. Der Arbeitnehmerverband Südwestmetall wies die Forderungen umgehend als "realitätsfern" zurück. Die Tarifverhandlungen beginnen im Oktober.

CSU-Politiker Hoffmann: Koalition einig bei Härtefallregelung für Frühverrentung

Die Koalition hat sich nach CSU-Angaben bereits auf eine Härtefallregelung geeinigt, um besonders belasteten langjährig Versicherten einen früheren Renteneintritt zu ermöglichen. Hier seien sich Union und SPD "schon einig", die Vereinbarung müsse nun aber noch "ausformuliert" werden, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann am Dienstag in Berlin.

Textgröße ändern: