Deutsche Tageszeitung - Deutsche Bahn stellt neue "gemeinwohlorientierte" Infrastrukturgesellschaft vor

Deutsche Bahn stellt neue "gemeinwohlorientierte" Infrastrukturgesellschaft vor


Deutsche Bahn stellt neue "gemeinwohlorientierte" Infrastrukturgesellschaft vor
Deutsche Bahn stellt neue "gemeinwohlorientierte" Infrastrukturgesellschaft vor / Foto: © AFP

Die Deutsche Bahn (DB) hat ihre neue gemeinwohlorientierte Tochtergesellschaft für die Schienen- und Bahnhofsinfrastruktur vorgestellt. Das Unternehmen DB InfraGo geht aus dem Zusammenschluss der bisherigen Töchter DB Netz und DB Station&Service hervor und soll "Qualität, Kapazität und Stabilität des Eisenbahnbetriebs nachhaltig verbessern", wie der Konzern am Montag erklärte. Die neue Gesellschaft starte in diesem Jahr "das umfassendste Sanierungs- und Modernisierungsprogramm für das Schienennetz und die Bahnhöfe".

Textgröße ändern:

Die Gründung der InfraGo geht auf eine Bahn-Reform der Bundesregierung zurück. Hintergrund ist die seit Jahren geführte Debatte über eine von mancher Seite geforderte Entflechtung des Konzerns angesichts der massiven Probleme. Unter anderem die Monopolkommission, ein Beratergremium der Bundesregierung, hatte gefordert, die Verwaltung der Infrastruktur strikt vom Bahnbetrieb zu trennen.

Eine solche Aufspaltung lehnt die Bundesregierung bislang aber ab. Stattdessen seien "erstmals konkrete gemeinwohlorientierte Ziele" in die Satzung der neu gebildeten Gesellschaft InfraGo aufgenommen worden, erklärte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP). Neubau und Instandhaltung von Schienennetz und Bahnhöfen bleiben aber weiterhin unter dem Dach des DB-Konzerns.

"Wir wissen, wie unzufrieden die Kunden mit der Bahn sind, und können das auch sehr gut nachvollziehen", fügte Wissing hinzu. Künftig werde mehr Geld "genau kontrolliert" für Verbesserungen bei der Bahn eingesetzt, kündigte er an. DB-Chef Richard Lutz sprach von einer "Zeitenwende".

Der Interessenverband von Privatbahnen Mofair kritisierte die Gründung der neuen Gesellschaft als Scheinlösung. Der vermeintliche "Neustart" sei vor allem ein Austausch der Firmenschilder. "Sehr viel mehr gibt es nicht zu zeigen."

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Frei mahnt rasche Reformen an - und sagt Merz Rückhalt der Fraktion zu

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat die Koalition zu einer unbeirrten Fortsetzung des Reformkurses unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgerufen. In der Unionsfraktion verfüge der Kanzler dafür auch nach den Niederlagen bei den jüngsten Wahlen über den nötigen Rückhalt, sagte Frei am Dienstag in Berlin vor Beginn der Fraktionssitzung. "Der Bundeskanzler hat unsere Unterstützung."

Verkehrstechnik-Messe Innotrans in Berlin eröffnet - Rekordzahl von Ausstellern

Mit einer Rekordzahl von Ausstellern hat am Dienstag die Verkehrstechnik-Messe Innotrans Berlin begonnen. 3170 Aussteller und damit 200 mehr als 2024 zeigen bis Freitag ihre neuesten Fahrzeuge, wie die Messe Berlin mitteilte. Es sei "die größte Innotrans" in ihrer 30-jährigen Geschichte.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn - Arbeitgeber: "Realitätsfern"

In der anstehenden Tarifrunde für 3,7 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mehrere Bezirke teilten am Dienstag die Beschlüsse ihrer Tarifkommissionen mit - am Mittwoch soll der Gewerkschaftsvorstand die Forderung für die gesamte IG Metall beschließen. Der Arbeitnehmerverband Südwestmetall wies die Forderungen umgehend als "realitätsfern" zurück. Die Tarifverhandlungen beginnen im Oktober.

CSU-Politiker Hoffmann: Koalition einig bei Härtefallregelung für Frühverrentung

Die Koalition hat sich nach CSU-Angaben bereits auf eine Härtefallregelung geeinigt, um besonders belasteten langjährig Versicherten einen früheren Renteneintritt zu ermöglichen. Hier seien sich Union und SPD "schon einig", die Vereinbarung müsse nun aber noch "ausformuliert" werden, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann am Dienstag in Berlin.

Textgröße ändern: