Deutsche Tageszeitung - Bauernproteste: Paris verzichtet auf Erhöhung der Steuer auf Agrardiesel

Bauernproteste: Paris verzichtet auf Erhöhung der Steuer auf Agrardiesel


Bauernproteste: Paris verzichtet auf Erhöhung der Steuer auf Agrardiesel
Bauernproteste: Paris verzichtet auf Erhöhung der Steuer auf Agrardiesel / Foto: © AFP

Als Reaktion auf die Bauernproteste in Frankreich hat Premierminister Gabriel Attal angekündigt, auf eine geplante Steuererhöhung für Agrardiesel zu verzichten. Attal sagte am Freitag bei einem Besuch in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Montastruc-de-Salies im Südwesten Frankreichs zudem "zehn sofortige Vereinfachungsmaßnahmen" zum Bürokratieabbau zu. Die französische Regierung wollte die Steuern auf Agrardiesel eigentlich bis 2030 schrittweise erhöhen, darauf wird nun verzichtet.

Textgröße ändern:

Der größte Bauernverband hatte vor dem Besuch von Premierminister Attal und Landwirtschaftsminister Marc Fesneau in Montastruc-de-Salies eine Liste mit 140 Forderungen vorgelegt. Wichtig waren den Landwirten vor allem die Preissenkung für Agrardiesel, geringere Bürokratie und weniger Umweltauflagen.

Kurz vor den erwarteten Ankündigungen der Regierung hatten aufgebrachte Landwirtinnen und Landwirte ihren Protest noch einmal verschärft. Am Freitagnachmittag blockierten sie mehrere Mautstellen im Großraum Paris mit Traktoren. Im südfranzösischen Narbonne kam es am Rande einer Demonstration zu einem Brand eines Versicherungsgebäudes.

Im Süden des Landes blockierten zudem mehrere hundert Traktoren zwei Autobahnen, die zu den Hauptachsen des Landes zählen. Insgesamt waren etwa 400 Kilometer Autobahn gesperrt, etwa in der Gegend um Montpellier und zwischen Narbonne und Perpignan.

Attal bekräftigte bei dem Besuch in Montastruc-de-Salies zudem, dass Paris das Freihandelsabkommen Mercosur zwischen Südamerika und der EU weiter ablehnt. "Ich sage es hier noch einmal ganz klar und deutlich", sagte der Premier. Präsident Emmanuel Macron habe das Abkommen immer abgelehnt und werde das auch "weiterhin" tun.

Das EU-Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay ist bereits seit 2019 fertig ausgehandelt, allerdings noch nicht ratifiziert. Streit gibt es vor allem um Umweltauflagen für südamerikanische Landwirte. Frankreich, Österreich und andere Länder dringen zum Schutz der eigenen Bauern auf strikte Vorgaben. Deutschland setzt sich für eine rasche Ratifizierung ein.

Auch in Südamerika stehen aber nicht mehr alle Länder hinter dem Abkommen mit der EU. Zuletzt hatte vor allem der argentinische Präsident Javier Milei das Mercosur-Abkommen in seinem Wahlkampf kritisiert und mit dem Rückzug seines Landes gedroht.

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

Frei mahnt rasche Reformen an - und sagt Merz Rückhalt der Fraktion zu

Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) hat die Koalition zu einer unbeirrten Fortsetzung des Reformkurses unter Führung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgerufen. In der Unionsfraktion verfüge der Kanzler dafür auch nach den Niederlagen bei den jüngsten Wahlen über den nötigen Rückhalt, sagte Frei am Dienstag in Berlin vor Beginn der Fraktionssitzung. "Der Bundeskanzler hat unsere Unterstützung."

Verkehrstechnik-Messe Innotrans in Berlin eröffnet - Rekordzahl von Ausstellern

Mit einer Rekordzahl von Ausstellern hat am Dienstag die Verkehrstechnik-Messe Innotrans Berlin begonnen. 3170 Aussteller und damit 200 mehr als 2024 zeigen bis Freitag ihre neuesten Fahrzeuge, wie die Messe Berlin mitteilte. Es sei "die größte Innotrans" in ihrer 30-jährigen Geschichte.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn - Arbeitgeber: "Realitätsfern"

In der anstehenden Tarifrunde für 3,7 Millionen Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie fordert die IG Metall fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mehrere Bezirke teilten am Dienstag die Beschlüsse ihrer Tarifkommissionen mit - am Mittwoch soll der Gewerkschaftsvorstand die Forderung für die gesamte IG Metall beschließen. Der Arbeitnehmerverband Südwestmetall wies die Forderungen umgehend als "realitätsfern" zurück. Die Tarifverhandlungen beginnen im Oktober.

CSU-Politiker Hoffmann: Koalition einig bei Härtefallregelung für Frühverrentung

Die Koalition hat sich nach CSU-Angaben bereits auf eine Härtefallregelung geeinigt, um besonders belasteten langjährig Versicherten einen früheren Renteneintritt zu ermöglichen. Hier seien sich Union und SPD "schon einig", die Vereinbarung müsse nun aber noch "ausformuliert" werden, sagte CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann am Dienstag in Berlin.

Textgröße ändern: