Deutsche Tageszeitung - Handwerk: "Optimistische" Ausbildungsbilanz für 2023 - Aber 20.000 Stellen offen

Handwerk: "Optimistische" Ausbildungsbilanz für 2023 - Aber 20.000 Stellen offen


Handwerk: "Optimistische" Ausbildungsbilanz für 2023 - Aber 20.000 Stellen offen
Handwerk: "Optimistische" Ausbildungsbilanz für 2023 - Aber 20.000 Stellen offen / Foto: © AFP/Archiv

Das deutsche Handwerk hat eine "optimistische" Ausbildungsbilanz für das vergangene Jahr gezogen - zugleich aber eine noch immer deutliche Lücke beklagt. Wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) am Mittwoch anlässlich der Handwerksmesse in München mitteilte, wurden bis Ende November insgesamt 133.700 neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen - das war ein Plus von 1,4 Prozent im Jahresvergleich.

Textgröße ändern:

Jedoch hätten auch 2023 nicht alle angebotenen Ausbildungsplätze besetzt werden können, teilte der ZDH weiter mit. Demnach waren Stand Ende November "aus Mangel an geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern und aus Passungsproblemen" noch gut 20.000 Lehrstellen offen. Insgesamt belief sich die Zahl der offenen Stellen im Handwerk im vergangenen Jahr auf rund 250.000, wie der ZDH mitteilte.

Der Verband forderte vor diesem Hintergrund neben arbeitsmarktpolitischen Initiativen auch ein "bildungspolitisches Umdenken". Die duale Ausbildung sei der "wichtigste und nachhaltigste Weg", um den wachsenden Fachkräftebedarf im Handwerk zu decken. Der ZDH verwies dabei auch auf die enorme "Wirtschaftsmacht" der Branche - so lag der Jahresumsatz 2022 im Handwerk bei rund 735 Milliarden Euro, mehr als die Weltkonzerne Apple, Meta und Google zusammen.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) sagte beim Besuch der Messe in München, das Land schaue "mit großem Respekt" auf das Handwerk. "Wir brauchen in Deutschland alle Menschen, alle Tätigkeiten, und es gibt keinen Unterschied zwischen Kopf- und Handarbeit." Er forderte eine gleiche Wertschätzung von akademischer und handwerklicher Ausbildung.

In die nahe Zukunft blickt die Branche indes wenig optimistisch: Einer kürzlich veröffentlichten Umfrage zufolge gehen für das erste Quartal dieses Jahres 47 Prozent der Handwerksbetriebe von einem Umsatzrückgang im Jahresvergleich aus, nur sieben Prozent erwarten einen Anstieg. Für das zweite Quartal fallen die Umsatzerwartungen "kaum besser aus", wie die Umfrage unter knapp 4500 Betrieben ergab.

Unter der wirtschaftlichen Entwicklung leiden auch die Beschäftigungserwartungen. 22 Prozent der Betriebe im Gesamthandwerk gehen der Sonderumfrage zufolge von einer rückläufigen Beschäftigtenzahl bis zum Sommer aus. Nur sechs Prozent rechnen mit einer Zunahme.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Flensburg-Ranking: Porsche-Fahrer haben mit Abstand die meisten Punkte

Dem Flensburg-Ranking des Vergleichsportals Verivox zufolge sind Porsche-Fahrer mit Abstand die schlimmsten Verkehrssünder. Wer einen Porsche fährt, hat demnach zu 71 Prozent häufiger Punkte in Flensburg als der Durchschnitt, wie Verivox am Dienstag mitteilte. Das Vergleichsportal basiert seine Auswertung auf den Angaben von Verbraucherinnen und Verbrauchern, die über Verivox eine Kfz-Versicherung abschließen.

Durchbruch in Verhandlungen über EU-Freihandelsabkommen mit den Philippinen

Die EU und die Philippinen haben in ihren Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen einen Durchbruch erzielt. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic und die philippinische Handelsministerin Cristina Roque sprachen in einer gemeinsamen Erklärung in der Nacht zum Dienstag von einem "wichtigen Meilenstein für beide Seiten". Das Abkommen soll demnach "in den kommenden Monaten" formal unterzeichnet werden.

Bahn-Industrie erwartet deutliches Marktwachstum in kommenden Jahren

Die Bahn-Industrie erwartet ein deutliches Marktwachstum in den kommenden Jahren. Hersteller von Zügen, Schienen, Straßenbahnen und Ähnlichem können auf ein weltweites Wachstum ihrer Branche um 3,2 Prozent pro Jahr bis 2031 hoffen, wie der europäische Herstellerverband Unife am Dienstag zur Eröffnung der Innotrans-Messe in Berlin mitteilte. Diese Prognose verdeutliche den "besonderen Moment", den die Eisenbahnindustrie derzeit durchlebt, sagte Verbandspräsident und Chef des Zugbauers Alstom, Martin Sion.

KI-Assistent für vernetzte Mobilität: Akkodis und der Hamburger Verkehrsverbund präsentieren hvv mia auf der InnoTrans 2026

Basierend auf dem Synergeticon AI Conversational Service Hub von Akkodis bündelt die gemeinsam mit dem Hamburger Verkehrsverbund entwickelte Lösung hvv mia Reiseinformationen, Routenplanung, Ticketauskünfte und weitere Mobilitätsservices in einer zentralen, dialogbasierten Anwendung.

Textgröße ändern: