Deutsche Tageszeitung - Wirtschaftsweise Grimm schließt Rückzug aus Gremium wegen Aufsichtsratsjob aus

Wirtschaftsweise Grimm schließt Rückzug aus Gremium wegen Aufsichtsratsjob aus


Wirtschaftsweise Grimm schließt Rückzug aus Gremium wegen Aufsichtsratsjob aus
Wirtschaftsweise Grimm schließt Rückzug aus Gremium wegen Aufsichtsratsjob aus / Foto: © AFP/Archiv

Nach ihrer umstrittenen Wahl in den Aufsichtsrat des Konzerns Siemens Energy hat die Wirtschaftsweise Veronika Grimm einen Rückzug aus dem Sachverständigenrat Wirtschaft ausgeschlossen. "Ich bin als unabhängige Wissenschaftlerin Mitglied des Sachverständigenrats und werde diese Aufgabe auch weiterhin gewissenhaft wahrnehmen", sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Samstag. Sie verwies auf frühere Fälle, in denen Wirtschaftsweise zugleich auch Aufsichtsratsposten innehatten.

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Grimm war am Montag auf der Hauptversammlung von Siemens Energy in den Aufsichtsrat des Unternehmens gewählt worden. An dieser Berufung hatte es Kritik von den anderen vier Mitgliedern des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung gegeben, dem Grimm seit April 2020 angehört. Sie hatten der Ökonomin mögliche Interessenkonflikte vorgeworfen und sie in einer E-Mail aufgefordert, den Sachverständigenrat zu verlassen, wenn sie das Mandat annehme.

Sie werde sich wie bisher zu wirtschaftspolitischen Themen äußern, sagte Grimm den Funke-Zeitungen. In Angelegenheiten, die Siemens Energy direkt betreffen, werde sie sich allerdings nicht öffentlich positionieren. Zudem verwies sie auf Prüfungen, wonach ihre Wahl in den Aufsichtsrat nicht zu beanstanden sei sowie darauf, dass Mitglieder des Sachverständigenrats vor dem Ende ihrer fünfjährigen Amtszeit nicht abberufen werden könnten.

Der Sachverständigenrat sei "auf Auseinandersetzung angelegt" und es sei in der Vergangenheit "immer wieder ans Eingemachte" gegangen, sagte Grimm außerdem. Es sei nun an der Vorsitzenden Monika Schnitzer, "trotz der unterschiedlichen Sichtweisen alle wieder zusammenzubringen". Das könne auch einmal herausfordernd sein. Grundsätzlich empfinde sie es als Privileg, dem Gremium anzugehören, sagte Grimm. "Aber man muss auch ein dickes Fell haben."

(M.Dorokhin--DTZ)

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