Deutsche Tageszeitung - IMK-Ökonomen erwarten nur leichtes Wirtschaftswachstum und erst im kommenden Jahr

IMK-Ökonomen erwarten nur leichtes Wirtschaftswachstum und erst im kommenden Jahr


IMK-Ökonomen erwarten nur leichtes Wirtschaftswachstum und erst im kommenden Jahr
IMK-Ökonomen erwarten nur leichtes Wirtschaftswachstum und erst im kommenden Jahr / Foto: © AFP

Konjunkturforscher der Hans-Böckler-Stiftung erwarten, dass die deutsche Wirtschaft sich nur langsam aus ihrer Schwächephase lösen wird. Für das laufende Jahr sei mit einer leichten Rezession, im kommenden Jahr mit einem "schwache Wachstum" zu rechnen, erklärte das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) am Mittwoch. Die "restriktive Fiskalpolitik der Bundesregierung" und die aktuell weiterhin hohen Zinsen verhinderten, "dass aus der leichten Erholung ein Aufschwung wird".

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Für das laufende Jahr gehen die Wirtschaftsexpertinnen und -experten von einem sinkenden Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent, also einer schrumpfenden Wirtschaft, aus. 2025 dürfte die Wirtschaft den Angaben nach dann wieder leicht um 0,8 Prozent zulegen.

Eine Rolle dabei könnten auch die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) spielen. Ab April erwarten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die ersten Senkungen der Leitzinsen. Das könnte dazu beitragen, dass sich die Unsicherheit über "die stagnativen Tendenzen in der Währungsunion nicht noch weiter verfestigen".

Gleichzeitig müsse Deutschland seine Infrastrukturinvestitionen ausweiten und Investitionen in die Transformation stärker fördern. Im Zuge dessen müsse auch auch der Strompreis beispielsweise durch eine Übernahme von Netzentgelten durch den Bundeshaushalt gesenkt werden. Das kann laut IMK die Produktion im Inland sichern und die Abkehr von fossilen Energien im Verkehr und bei der Wärmeerzeugung der Haushalte unterstützen.

Investitionen müssten zudem von der Schuldenbremse ausgenommen werden. Diese nämlich sei es, "die Deutschland zum wirtschaftlichen Schlusslicht unter den Industrieländern macht", monierte das IMK.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich in der Prognose indes weiter relativ stabil. Die Experten gehen von einer steigenden Arbeitslosenzahl um 140.000 Menschen im laufenden Jahr aus, 2025 könnten 30.000 weitere hinzukommen. Das würde 2024 einer Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent entsprechen, nach 5,7 Prozent in 2023.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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