Deutsche Tageszeitung - Schweiz legt vor: Zentralbank senkt Leitzinsen

Schweiz legt vor: Zentralbank senkt Leitzinsen


Schweiz legt vor: Zentralbank senkt Leitzinsen
Schweiz legt vor: Zentralbank senkt Leitzinsen / Foto: © AFP/Archiv

Die Schweiz hat geldpolitisch vorgelegt und die Leitzinsen wieder gesenkt. Die Schweizer National Bank (SNB) in Zürich verkündete am Donnerstag eine Zinssenkung um 0,25 Punkte auf 1,5 Prozent. Andere wichtige Zentralbanken haben auf diesen Schritt bislang verzichtet. Die US-Notenbank Fed ließ den Leitzins am Mittwoch ein weiteres Mal unverändert, die norwegische und die britische Zentralbank taten es ihr am Donnerstag gleich.

Textgröße ändern:

Die SNB überraschte mit ihrer Entscheidung die Analysten. Die meisten Beobachter hatten damit gerechnet, dass die Schweizer gemeinsam mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Fed im Juni die Zinswende einläuten würden. Es sei nicht darum gegangen, als erstes zu handeln, sagte SNB-Chef Thomas Jordan. Die Zeit sei reif gewesen. "Die Lockerung unserer Geldpolitik wurde möglich, weil die Bekämpfung der Inflation über die letzten zweieinhalb Jahre wirksam war."

Die Inflation in der Eidgenossenschaft war im Februar weiter zurückgegangen und lag im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 1,2 Prozent - also unterhalb des angestrebten Zielwerts von zwei Prozent. Die SNB gehe davon aus, dass die Teuerungsrate vorerst auf diesem Niveau bleiben werde, erklärte sie. Jegliche Prognosen seien aber von großer Unsicherheit geprägt.

Die Fed hatte sich am Mittwoch wie erwartet für eine weitere Zinspause entschieden. In den USA bleiben die Leitzinsen demnach in einer Spanne von 5,25 bis 5,5 Prozent. Zugleich stellte die Fed für dieses Jahr drei Zinssenkungen in Aussicht.

Die norwegische Zentralbank hielt ihren Satz ebenfalls konstant, bei 4,5 Prozent. In ihrer Prognose geht sie davon aus, dass es erst im Herbst Absenkungen geben werde. Die Inflation in dem skandinavischen Land lag im Februar weiterhin vergleichsweise hoch, bei 4,5 Prozent.

Ähnliches gilt für Großbritannien und die Bank of England: Die Inflation gehe zurück, aber bleibe noch auf zu hohem Niveau, erklärte ihr Chef, Andrew Bailey, zur Begründung. "Wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir die Zinsen senken können." Sie bleiben daher vorerst bei 5,25 Prozent.

(O.Tatarinov--DTZ)

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: