Deutsche Tageszeitung - Lokführergewerkschaft GDL und Deutsche Bahn einigen sich in Tarifkonflikt

Lokführergewerkschaft GDL und Deutsche Bahn einigen sich in Tarifkonflikt


Lokführergewerkschaft GDL und Deutsche Bahn einigen sich in Tarifkonflikt
Lokführergewerkschaft GDL und Deutsche Bahn einigen sich in Tarifkonflikt / Foto: © AFP

Millionen Bahnkunden können aufatmen: Wenige Tage vor Ostern haben sich die Lokführergewerkschaft GDL und die Deutsche Bahn in ihrem seit Monaten andauernden Tarifkonflikt geeinigt. Näheres soll nach Angaben beider Seiten bei Pressekonferenzen am Dienstag bekanntgegeben werden, einem Medienbericht zufolge einigten sich beiden Seiten auf eine stufenweise Absenkung der Arbeitszeiten und eine rückwirkende Gehaltserhöhung. Die Tarifverhandlungen hatten Anfang November begonnen. Seitdem hat die GDL sechs Mal und teils tagelang gestreikt.

Textgröße ändern:

"Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und die Deutsche Bahn haben einen Tarifabschluss erzielt", hieß es in der Einladung der GDL zu einer Pressekonferenz am Dienstag um 11.30 Uhr in Berlin. Näheres werde dort mitgeteilt. Auch ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigte die Einigung. Für den Konzern will Personalvorstand Martin Seiler am Dienstag um 10.00 Uhr vor die Presse treten.

Knackpunkt der Verhandlungen war vor allem die Forderung der Gewerkschaft einer 35-Stunden-Woche für Schichtbedienstete bei vollem Lohnausgleich. Einem Bericht des Nachrichtenportals Politico zufolge einigten sich beide Seiten auf eine stufenweise Absenkung der Arbeitszeiten. Demnach soll ein "Arbeitszeitkorridor" eingerichtet werden, der es Mitarbeitern erlaube, ihre Arbeitszeit bis zum Jahr 2029 jährlich bei vollem Lohnausgleich abzusenken.

Anfang 2026 erfolge diese Absenkung automatisch auf 37 Stunden. Wer 40 Stunden arbeiten möchte, könne dies für rund 2,7 Prozent mehr Lohn tun. Für die Folgejahre sind dem Bericht zufolge Absenkungen auf 36 Stunden ab 2027, ab 2028 auf 35,5 Stunden und ab 2029 auf 35 Stunden vorgesehen. Sie erfolgen demnach aber nicht mehr automatisch, sondern nur optional auf Antrag der Arbeitnehmer.

Die Parteien hätten sich zudem rückwirkend zum 1. November 2023 auf eine Gehaltserhöhung von 420 Euro pro Monat für 26 Monate geeinigt, berichtete Politico weiter. Das neu entstandene Tochterunternehmen der Bahn, DB InfraGO, soll demnach allerdings nicht in den Tarifvertrag der GDL einbezogen werden.

Die Tarifverhandlungen hatten Anfang November begonnen. Zuletzt war Ende Februar eine Verhandlungsrunde gescheitert. In dieser hatten zwei Moderatoren - Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther und der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière (beide CDU) - einen Vorschlag für etwaige weitere Verhandlungen vorgelegt.

Die Bahn hatte die GDL anschließend zur Wiederaufnahme von Verhandlungen auf Basis des Moderatorenvorschlags aufgefordert. Die Gewerkschaft lehnte dies allerdings ab und bezeichnete den Vorschlag als nicht annehmbar. Letztlich setzten sich beide Seiten jedoch wieder zusammen - und erzielten nun eine Einigung.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: