Deutsche Tageszeitung - Umfrage: Deutsche würden für Klimaschutz auf Feuerwerk und Fleisch verzichten

Umfrage: Deutsche würden für Klimaschutz auf Feuerwerk und Fleisch verzichten


Umfrage: Deutsche würden für Klimaschutz auf Feuerwerk und Fleisch verzichten
Umfrage: Deutsche würden für Klimaschutz auf Feuerwerk und Fleisch verzichten / Foto: © AFP/Archiv

Für mehr Klimaschutz könnten die Deutschen einer Umfrage zufolge am ehesten auf Feuerwerk, Fleisch und Fliegen verzichten. Deutlich geringer ausgeprägt sei dagegen die Bereitschaft zu Einschränkungen bei der eigenen Internet- oder Smartphonenutzung, berichtete der Digitalverband Bitkom in Köln am Montag unter Berufung auf eine eigene Befragung. Ein weiteres Ergebnis: 13 Prozent der Teilnehmenden wollen für das Klima auf gar nichts verzichten.

Textgröße ändern:

Die Umfrageergebnisse zeigen nach Bitkom-Angaben eine tendenziell höhere Bereitschaft zum Verzicht bei analogen Gewohnheiten: 69 Prozent könnten der Befragung zufolge ohne Feuerwerk auskommen, 44 Prozent ohne Fleisch. Auf Fliegen könnten 40 Prozent verzichten. 17 Prozent sagten dies über das Auto. Fünf Prozent gaben an, auf alle Annehmlichkeiten verzichten zu können, wenn dadurch der globale Klimawandel erheblich verlangsamt würde.

Bei Internet oder Smartphones sahen die Befragten hingegen viel weniger Spielraum für Verzicht. Ohne das Internet könnte Bitkom zufolge nur jeder Zehnte auskommen. Unter den Internetnutzern, die hierzulande 87 Prozent ausmachten, könnten dies sogar nur drei Prozent. Am geringsten fiel die Bereitschaft bei Menschen im Alter zwischen 16 und 29 Jahren aus - von ihnen könnte sich nur ein Prozent vorstellen, das Internet aufzugeben.

Auf das Smartphone könnten der Umfrage zufolge 19 Prozent verzichten. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es neun Prozent – hingegen 30 Prozent bei den Über-65-Jährigen. Aktuell benutzen rund 77 Prozent der Deutschen ein Smartphone.

Eine größere Bereitschaft zum Verzicht auch im digitalen Bereich äußerten die Befragten mit Blick auf das Streamen von Serien, Clips oder Filmen. Hierauf könnten 31 Prozent theoretisch verzichten. Rund 39 Prozent wären bereit, das Online-Shopping sein zu lassen.

Digitale Angebote benötigen laut Bitkom mitunter viel Energie und sind ressourcenlastig. So verbrauchten deutsche Rechenzentren nach Angaben des Verbands im Jahr 2022 rund 18 Milliarden Kilowattstunden Strom. Deren CO2-Ausstoß lag bei rund 7,8 Millionen Tonnen. Für die Herstellung digitaler Geräte wie Smartphones werden zudem neben Energie auch viele Rohstoffe benötigt.

Für die nach Bitkom-Angaben repräsentative Erhebung wurden von Bitkom rund tausend Menschen ab 16 Jahren gefragt, auf welche Annehmlichkeiten und Gewohnheiten sie im Sinne des Klimaschutzes theoretisch verzichten könnten. Die Befragung lief im Januar und Februar.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Düngemittel-Deal: Trump will Kalisalz aus Belarus statt aus Kanada kaufen

US-Präsident Donald Trump bereitet nach eigenen Angaben ein "umfassendes" Abkommen mit Belarus über den Kauf von Kalisalz vor. "Der Preis wäre deutlich niedriger als das, was wir heute an Kanada zahlen", erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Dies sei eine "sehr gute Nachricht für unsere Bauern und Viehzüchter".

Zehntausende Beschäftigte protestieren gegen "Kahlschlag" in der Autoindustrie

Mit Betriebsversammlungen, Kundgebungen und Demonstrationen haben bundesweit zehntausende Beschäftigte der Automobilindustrie gegen einen "Kahlschlag" in ihrer Branche demonstriert. Die IG Metall erklärte am Montag, an dem von ihr ausgerufenen Aktionstag Autoindustrie beteiligten sich rund 175.000 Beschäftigte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

IG Metall: 175.000 Beschäftigte beim Aktionstag Automobilindustrie

Rund 175.000 Beschäftigte in der Automobilindustrie haben nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall am Montag an bundesweiten Aktionen gegen Stellenabbau und Werksschließungen demonstriert. Sie beteiligten sich an insgesamt rund 280 Aktionen, wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte. IG-Metall-Chefin Christiane Benner erklärte: "Beschäftigte sind nicht länger bereit, für eine Krise zu zahlen, die sie nicht verschuldet haben."

"Trassenrabatt": Nahverkehrsunternehmen fordern Unterstützung

Analog zum Tankrabatt der Bundesregierung fordern Schienenverkehrsunternehmen einen "Trassenrabatt". Mit den 800 Millionen Euro, die der Tankrabatt pro Monat koste, könne die Finanzlücke beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) für zwei Jahre geschlossen werden, rechnete der Bundesverband Schienennahverkehr am Montag vor. "Vom SPNV profitieren dabei aber 2,75 Milliarden Fahrgäste pro Jahr."

Textgröße ändern: