Deutsche Tageszeitung - Scholz bei Hannover Messe: Wirtschaftsstandort Deutschland nicht schwach reden

Scholz bei Hannover Messe: Wirtschaftsstandort Deutschland nicht schwach reden


Scholz bei Hannover Messe: Wirtschaftsstandort Deutschland nicht schwach reden
Scholz bei Hannover Messe: Wirtschaftsstandort Deutschland nicht schwach reden / Foto: © AFP

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat bei der Eröffnung der Hannover Messe davor gewarnt, den Wirtschaftsstandort Deutschland schlecht zu machen. "Lassen Sie uns den Wirtschaftsstandort Deutschland stark machen und nicht schwach reden", sagte Scholz am Sonntagabend in seiner Eröffnungsrede. Er verwies darauf, dass die Bundesregierung unter anderem umfangreiche Maßnahmen beim Bürokratie-Abbau auf den Weg gebracht habe.

Textgröße ändern:

"Bürokratieabbau kostet nichts und bringt viel", hob der Kanzler hervor. "Und deshalb reden wir nicht nur darüber, sondern wir machen." Eine Entlastung im Umfang von drei Milliarden Euro bringe allein das 2023 beschlossene Bürokratieabbau-Paket. Der mit den Bundesländern vereinbarte Deutschland-Pakt vereinfache zudem das Bau- und Planungsrecht und sorge für schnellere Genehmigungsverfahren.

Auf der laut den Veranstaltern weltweit wichtigsten Industriemesse stellen Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Elektro- und Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft Lösungen für eine "leistungsstarke" und "nachhaltige" Industrie vor. Mehr als 4000 Unternehmen zeigen demnach, wie Klimaneutralität durch Elektrifizierung, Digitalisierung und Automation erreicht werden kann.

Gastland ist dieses Jahr Norwegen, der norwegische Ministerpräsidenten Jonas Gahr Störe nahm ebenso wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an der Eröffnung teil. Scholz dankte in seiner Rede Norwegen, dass es nach dem russischen Angriff auf die Ukraine als Erdgas-Lieferant für die EU eingesprungen sei. Für Montagmorgen war ein Eröffnungsrundgang von Scholz und Gahr Störe auf dem Messegelände vorgesehen.

Scholz hob in einem Eröffnungsstatement hervor, dass die Unternehmen derzeit vor "außerordentlichen Herausforderungen" stünden. Dazu zähle auch "der furchtbare Krieg, den Russland gegen die Ukraine begonnen" habe.

Dass das US-Repräsentantenhaus am Samstag nach monatelangem Gezerre neuen Milliardenhilfen für die Ukraine zugestimmt habe, sei "eine sehr klare Botschaft - übrigens auch an den russischen Präsidenten, dass er nicht damit rechnen soll, dass er diesen Krieg aussitzen kann, weil die Unterstützung aus Europa oder den USA nachlässt". Der US-Senat werde das Hilfspaket nun hoffentlich ebenfalls rasch absegnen, fügte Scholz hinzu.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

China wird wichtigstes Lieferland für Importautos - Handel mit USA rückläufig

China ist in den ersten sieben Monaten diesen Jahres für Deutschland zum wichtigsten Lieferland für Importautos geworden. Die Autoimporte aus Fernost legten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 120,9 Prozent auf 175.000 Pkw zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Auch die Autoimporte aus Tschechien legten um 22,9 Prozent zu, dennoch fiel das Nachbarland im Ranking nun hinter China zurück.

Etwas mehr Fahrgäste im öffentlichen Nahverkehr - Fernverkehr rückläufig

Im ersten Halbjahr haben etwas mehr Menschen den Linienverkehr mit Bussen und Bahnen genutzt. Das Fahrgastaufkommen im öffentlichen Personennahverkehr stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent auf 5,7 Milliarden, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. "Drei Jahre nach Einführung des Deutschland-Tickets gab es somit noch einen geringen Anstieg der Fahrgastzahlen im Nahverkehr", erklärten die Statistiker.

Sehr gute Kirschenernte - auch überdurchschnittlich viele Birnen

Die Kirschenernte in Deutschland ist in diesem Jahr sehr gut ausgefallen. Zum Stichtag 20. August hatten die Betriebe 48.500 Tonnen Süß- und Sauerkirschen geerntet, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Das sind 3,0 Prozent mehr als im ebenfalls guten Vorjahr und 7,8 Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Auch die Birnenernte dürfte demnach gut werden.

Umfrage: Jedes zweite Unternehmen sieht Bürokratie als größtes Standortproblem

Jedes zweite Unternehmen in Deutschland nennt Bürokratie und Regulierung als größtes Problem des Wirtschaftsstandorts. In einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Münchener Ifo-Instituts folgen auf Platz zwei der Standortnachteile mit deutlichem Abstand die Energiekosten (27 Prozent) und die Arbeitskosten (22 Prozent). Vor allem für mittlere und große Unternehmen ist demnach die Bürokratie das größte Hemmnis.

Textgröße ändern: