Deutsche Tageszeitung - Rufe nach mehr Polizeipräsenz nach Angriffen: Reul hält das für unzureichend

Rufe nach mehr Polizeipräsenz nach Angriffen: Reul hält das für unzureichend


Rufe nach mehr Polizeipräsenz nach Angriffen: Reul hält das für unzureichend
Rufe nach mehr Polizeipräsenz nach Angriffen: Reul hält das für unzureichend / Foto: © AFP/Archiv

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) hält Rufe nach mehr Polizeipräsenz nach den Angriffen auf den SPD-Europaabgeordneten Matthias Ecke und andere Politiker für unzureichend. Zu glauben, dass man mit mehr Polizei das Problem in den Griff bekomme, "halte ich für blauäugig", sagte Reul am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin".

Textgröße ändern:

Es sei notwendig, sich mit der in Teilen der Gesellschaft vorherrschenden Haltung auseinanderzusetzen, die es als legitim erachte, "nicht nur in verletzender Sprache, sondern auch mit Taten anzugreifen". Es sei etwas "ins Rutschen gekommen" in der gesellschaftlichen Debatte, was auch mit der Verrohung der Sprache zu tun habe und "was man auch nicht mit Polizei alleine löst", sagte Reul. Zudem sei das nicht nur ein Politikerproblem, auch Feuerwehrleute, Polizisten, Rettungskräfte, Lehrer seien betroffen.

Von der Sondersitzung der Innenministerkonferenz (IMK) mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Dienstagabend erwartet Reul demnach nicht viel. Es sei immer gut, miteinander zu reden, betonte er. "Aber wenn das die Rituale sind, die wir immer machen: Es passiert was, man trifft sich, man redet und dann hat man doch keine Lösung - dann finde ich, dann ist es nicht sinnvoll."

Zu der Videokonferenz hatte Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen (CDU) als IMK-Vorsitzender eingeladen. Bei dem Termin soll Faeser zunächst ein Lagebild zur aktuellen Situation vorstellen. Anschließend will die Konferenz Maßnahmen beraten, um Mandatsträger und politisch Aktive vor demokratiefeindlichen Angriffen zu schützen.

Ecke, der sächsischer SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl ist, war am Freitagabend in Dresden niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Zuvor soll die verantwortliche Gruppe einen 28-Jährigen angegriffen haben, der für die Grünen Wahlplakate anbrachte. Der Angriff sorgte bundesweit für Empörung, löste aber zugleich eine Welle der Solidarität aus.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Italiens Regierungschefin kündigt Burka-Verbot an Schulen an

An italienischen Schulen sollen Burkas und Nikabs künftig verboten sein. Zudem solle die Anzahl von aus dem Ausland stammenden Schülerinnen und Schülern je Klasse begrenzt werden, sagte die ultrarechte Regierungschefin Giorgia Meloni am Sonntag bei einem Treffen der Jugendorganisation ihrer Partei Fratelli d'Italia. Ein entsprechender Gesetzentwurf solle in Kürze vom Regierungskabinett beraten werden.

Vor Trump-Xi-Gipfel: US-Finanzminister empfängt Chinas Vize-Regierungschef in New York

Wenige Tage vor dem Staatsbesuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in den USA sind hochrangige Vertreter beider Regierungen zu Beratungen in New York zusammengetroffen. US-Finanzminister Scott Bessent empfing den chinesischen Vize-Regierungschef He Lifeng am Sonntag im Hauptsitz der US-Bank JPMorgan Chase. Der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Jamieson Greer, nahm ebenfalls an dem Treffen teil. Er hoffe auf "umfassende und konstruktive Gespräche heute, die die Weichen für das Treffen unserer Präsidenten stellen werden", sagte Bessent.

Autoindustrie fordert von Gewerkschaften mehr Veränderungsbereitschaft

Mit Blick auf den von der IG Metall ausgerufenen Aktionstag am Montag fordert die Autoindustrie von den Arbeitnehmervertretern mehr Veränderungsbereitschaft. Wer sich dem trotz der aktuellen Krise verweigere, "verleugnet die Realität", schrieb die Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), Hildegard Müller, in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Sonntag). Der internationale Wettbewerb erfordere Veränderungen von allen.

EY: Deutsche Autokonzerne im Sinkflug

Mit der deutschen Autoindustrie geht es weiter bergab. Eine am Sonntag veröffentlichte Untersuchung der Beratungsfirma EY attestiert den deutschen Herstellern entgegen dem Markttrend sinkende Umsätze, einen Gewinneinbruch und "Margen im Sinkflug". Demnach bricht Volkswagen, BMW und Mercedes weiterhin weitgehend ungebremst das wichtige China-Geschäft weg.

Textgröße ändern: