Deutsche Tageszeitung - VW investiert fünf Milliarden Dollar in schwächelnden US-Elektroautobauer Rivian

VW investiert fünf Milliarden Dollar in schwächelnden US-Elektroautobauer Rivian


VW investiert fünf Milliarden Dollar in schwächelnden US-Elektroautobauer Rivian
VW investiert fünf Milliarden Dollar in schwächelnden US-Elektroautobauer Rivian / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Der Volkswagen-Konzern investiert fünf Milliarden Dollar (4,7 Milliarden Euro) in den schwächelnden US-Elektroautobauer Rivian. Die beiden Unternehmen teilten am Dienstagabend mit, ein Gemeinschaftsunternehmen für die Entwicklung neuester E-Auto-Technologie für künftige Fahrzeuge beider Hersteller zu gründen. Rivian wird zwar für seine innovative Technologie gelobt, ist bislang jedoch nicht rentabel und schreibt hohe Verluste.

Textgröße ändern:

Vorgesehen ist den Angaben zufolge, dass VW im laufenden Jahr zunächst eine Milliarde Dollar in Rivian investiert. In den Jahren 2025 und 2026 soll noch einmal jeweils eine Milliarde Dollar fließen. Weitere zwei Milliarden Dollar werden auf eine Zahlung zu Beginn des Joint Ventures und ein Darlehen im Jahr 2026 verteilt, wie die Unternehmen mitteilten.

Rivian ist auf die Herstellung vollelektrischer Lkw, Transporter und SUV spezialisiert. Das Geld von VW hilft dem Unternehmen aus Kalifornien zunächst vor allem, seine Finanzen in Ordnung zu bringen. "Die Transaktion als Ganzes bietet eine starke Plattform für zukünftiges Wachstum für Rivian", sagte dessen Finanzchefin Claire McDonough.

Konkret ist geplant, die Produktion im Rivian-Werk im Bundesstaat Illinois hochzufahren und ein neues Werk in Georgia zu bauen. Dies soll den Weg hin zu nachhaltig schwarzen Zahlen ebnen. Das Joint Venture soll den Angaben zufolge in den kommenden Wochen an den Start gehen.

"Durch unsere Zusammenarbeit werden wir die besten Lösungen schneller und kostengünstiger in unsere Fahrzeuge bringen", sagte VW-Chef Oliver Blume. "Wir stärken unser technologisches Profil und unsere Wettbewerbsfähigkeit."

"Die Ankündigung ist zwar ein Vertrauensbeweis für Rivian, ändert aber unserer Meinung nach wenig an den operativen Problemen des Unternehmens", erklärte der Finanzmarktexperte Garret Nelson. VW gehe mit dieser Investition ein Risiko ein. "Aber VW sieht eindeutig einen Wert darin, Zugang zu Rivians Fahrzeugarchitektur und Software zu erhalten."

(V.Varonivska--DTZ)

Empfohlen

Regierungskreise: Einigung auf neuen Tankrabatt und Spritpreisdeckel

Die schwarz-rote Koalition hat sich wegen der hohen Preise an den Zapfsäulen auf einen neuen Tankrabatt und einen Spritpreisdeckel geeinigt. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend aus Regierungskreisen erfuhr, soll der Tankrabatt bis Jahresende gelten. Für die Zeit danach ist ein Spritpreisdeckel geplant.

Kalifornien prüft "Notschalter" für Künstliche Intelligenz

In der Sicherheitsdebatte über Künstliche Intelligenz (KI) will der US-Bundesstaat Kalifornien eine Art Notschalter prüfen. Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom unterzeichnete am Freitag ein Dekret, das als eine Möglichkeit zur Kontrolle von KI einen solchen "kill switch" vorsieht - also einen Mechanismus, der ein KI-System bei Gefahr stoppt oder isoliert. Eine Reihe von KI-Unternehmen sind im Silicon Valley in Kalifornien angesiedelt.

Volkswagen kappt Gewinnerwartung für 2026

Der Volkswagen-Konzern hat seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr deutlich nach unten korrigiert. "Sondereffekte" würden das Konzernergebnis voraussichtlich um insgesamt rund zehn Milliarden Euro reduzieren, erklärte der Wolfsburger Konzern am Freitagnachmittag in einer Börsenmitteilung. Die Umsatzprognose behält VW demnach mit nun 315 Milliarden Euro im Wesentlichen bei, die Umsatzrendite reduziert sich jedoch auf nur ein Prozent statt der zuvor erwarteten 4,0 bis 5,5 Prozent.

Ex-OpenAI-Forscher: "Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten"

Die führenden US-KI-Entwickler täuschen nach Auffassung des früheren OpenAI-Forschers Daniel Kokotajlo mit ihrer Forderung nach Regulierung für künstliche Intelligenz den Wunsch nach mehr Kontrolle nur vor. Anthropic, OpenAI, X und Google betrieben lediglich "Safety Washing", sagte Kokotajlo dem "Spiegel". Zugleich forderte der heutige Leiter des "AI Futures Project" im kalifornischen Berkeley die KI-Entwicklung von OpenAI oder Anthropic staatlich massiv einzuschränken. "Wir müssen die KI-Entwicklung im Wesentlichen abschalten."

Textgröße ändern: