Deutsche Tageszeitung - Neue EU-Datenregeln ab 2025: Wirtschaft wünscht sich mehr Hilfe bei Umsetzung

Neue EU-Datenregeln ab 2025: Wirtschaft wünscht sich mehr Hilfe bei Umsetzung


Neue EU-Datenregeln ab 2025: Wirtschaft wünscht sich mehr Hilfe bei Umsetzung
Neue EU-Datenregeln ab 2025: Wirtschaft wünscht sich mehr Hilfe bei Umsetzung / Foto: © AFP/Archiv

Ab dem kommenden Jahr gelten in der EU neue Regeln für den Umgang mit Daten, die vernetzte Fahrzeuge, Waschmaschinen oder Industrieanlagen liefern - und die deutsche Wirtschaft ist dazu noch gespalten. Wie eine repräsentative Umfrage für den Digitalverband Bitkom ergab, sehen 49 Prozent der Firmen den Data Act als Chance, 40 Prozent hingegen als Risiko. Befragt wurden 603 Firmen ab 20 Beschäftigten aus allen Wirtschaftsbereichen.

Textgröße ändern:

Der sogenannte Data Act, der schon im Februar 2022 von der EU-Kommission eingebracht worden war, soll unter anderem festlegen, wann Unternehmen und Privatpersonen Informationen von vernetzten Geräten erhalten und weitergeben dürfen. Bislang werden solche Daten häufig ausschließlich von den Herstellern der Geräte gesammelt - also beispielsweise von einem Unternehmen, das ein vernetztes Auto baut, oder dem Hersteller eines Smart-Home-Gerätes.

Künftig sollen Daten auch freiwillig mit Drittanbietern geteilt werden können. Außerdem enthält das Gesetz Schutzmaßnahmen, um rechtswidrige Datenübertragungen zu verhindern. Kritik daran kam bereits aus der Industrie, die vor der erzwungenen Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen warnt, sowie von Verbraucherschützern, die keinen großen Nutzen für die Verbraucherinnen und Verbraucher sieht.

Bitkom steht dem Projekt hingegen grundsätzlich positiv gegenüber. "Damit der Data Act keine Fehlzündung wird, müssen die von ihm eröffneten Möglichkeiten auch genutzt werden", erklärte dazu am Montag Verbandsvertreter David Schönwerth. Wichtig sei dabei, "dass sich wirklich alle Unternehmen mit dem Data Act beschäftigen". Das Gesetz betreffe fast die gesamte Wirtschaft.

Mehr Hilfe bei der Umsetzung wünscht sich der Umfrage zufolge gut jedes zweite Unternehmen (53 Prozent). Das sei "ein Aufruf an die Bundesregierung", erklärte der Verband. "Die Unternehmen benötigen dringend Klarheit, welche Aufsichtsbehörden für den Data Act zuständig sind."

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Hamburger Senat hält Berechnungen zu Elbtower-Museumsalternativen zurück

Investitionsruine Elbtower »Das meiste wurde geschwärzt« Hamburg: Senat hält Zahlen zu Alternativen zur Museumsunterbringung im Elbtower unter Verschluss. Ein Gespräch mit Marco Hosemann Vor drei Jahren stoppte die Pleite des Investors René Benko den Bau des sogenannten Elbtowers in Hamburg.

OnlyFans zeigt Abhängigkeiten in der Plattformökonomie digitaler Sexarbeit

Digitale Sexarbeit Kapitalismus des Begehrens Creatorinnen und Creator sind formal selbständig, bleiben jedoch abhängig vom Algorithmus: Die Plattformökonomie hinter dem Portal Onlyfans Mit der sogenannten Plattformökonomie hat der Kapitalismus des 21. Jahrhunderts eine ganz besondere Form des Wirtschaftens hervorgebracht.

Reservekraftwerk-Ausschreibung stärkt Marktposition von RWE und LEAG

Der zugrunde liegende Beitrag ordnet das Thema aus einer kommentierenden Perspektive ein. Die Bundesnetzagentur ist voll des Lobes über das Ergebnis der ersten Ausschreibung für den Bau von Reservekraftwerken.

Ermittler durchsuchen Vorstandsbüros der National-Bank

Vorstandsbüros bei der National-Bank durchsucht Die Staatsanwaltschaft Bochum hat Geschäftsräume der National-Bank in Essen und an weiteren Standorten in NRW sowie in Hessen aufgrund des Anfangsverdachts einer schweren Steuerhinterziehung durchsucht. Das berichteten die Bank in einer Mitteilung und die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Textgröße ändern: