Deutsche Tageszeitung - Solar- und Windbranche sucht vermehrt Arbeitskräfte mit spezifischen Kenntnissen

Solar- und Windbranche sucht vermehrt Arbeitskräfte mit spezifischen Kenntnissen


Solar- und Windbranche sucht vermehrt Arbeitskräfte mit spezifischen Kenntnissen
Solar- und Windbranche sucht vermehrt Arbeitskräfte mit spezifischen Kenntnissen / Foto: © AFP/Archiv

Nicht nur ist der Bedarf an neuen Arbeitskräften in der Solar- und Windenergiebranche weiter gestiegen, den Unternehmen fehlen auch immer häufiger Mitarbeiter mit spezifischen Kenntnissen. Wie der Jobmonitor der Bertelsmann-Stiftung in Gütersloh vom Mittwoch zeigt, entfällt bereits jede vierte Online-Stellenanzeige (24,5 Prozent) für Dachdecker auf ein Solarunternehmen. Zugleich seien Dachdeckerinnen und Dachdecker, die bislang Einfamilienhäuser mit Dachpfannen gedeckt und Fabrikdächer wetterfest gemacht haben, aber nicht automatisch für das Installieren von Photovoltaik-Anlagen qualifiziert, erklärte die Stiftung.

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Ähnlich sieht es in der Windenergiebranche aus, die händeringend Elektriker sucht. Doch während bei Mitarbeitenden im Bauelektrohandwerk bisher Elektroinstallationen und die Montage von Elektrotechnik gefragt war, seien für die Windbranche die Inbetriebnahme und Wartung von Windkraftanlagen zentral, wie es in der Untersuchung weiter heißt.

2019 hatten der Studie zufolge lediglich 9,8 Prozent der Jobanzeigen der Dachdeckerbranche einen Solar-Bezug. Auch im Bereich der Elektrotechnik stieg der Anteil von drei Prozent auf 13,8 Prozent im vergangenen Jahr. Bei den Fachkräften für regenerative Energietechnik haben fast drei von vier Anzeigen bereits einen Bezug zur Solarwirtschaft.

Um die Klimaneutralität 2045 zu erreichen und die Klimawende zu schaffen, braucht Deutschland den Angaben der Stiftung zufolge 300.000 zusätzliche Fachkräfte. Doch selbst wenn ausreichend Fachkräfte in klassischen Handwerksberufen ausgebildet würden, bleibe eine Kompetenzlücke, erklärten die Studienautoren und -autorinnen.

Die Bertelsmann-Stiftung fordert daher mehr gezielte Weiterbildung für die relevanten Branchen. Diese sollten sich sowohl an Menschen mit abgeschlossener Berufsausbildung richten als auch an diejenigen mit Berufserfahrungen, aber ohne einen anerkannten Abschluss. Spezifische Kenntnisse seien in der Solarbranche insbesondere bei den Fachkräften nötig.

"Gerade junge Menschen sollten schließlich frühzeitig über die Berufsmöglichkeiten in der Solar- und Windenergie informiert werden", erklärte die Stiftung. Persönliches Engagement für den Klimaschutz und aussichtsreiche Perspektiven in einer Zukunftsbranche seien gute Anreize für eine entsprechende Berufswahl.

Für die Studie, die das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung erstellte, wurden für 13 Berufe der Wind- und Solarbranche die Kompetenznachfrage in rund 2,7 Millionen Online-Stellenanzeigen der Jahre 2019 bis Juni 2023 analysiert.

(Y.Ignatiev--DTZ)

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