Deutsche Tageszeitung - Schwaches Stahlgeschäft: Thyssenkrupp setzt Negativkurs im dritten Quartal fort

Schwaches Stahlgeschäft: Thyssenkrupp setzt Negativkurs im dritten Quartal fort


Schwaches Stahlgeschäft: Thyssenkrupp setzt Negativkurs im dritten Quartal fort
Schwaches Stahlgeschäft: Thyssenkrupp setzt Negativkurs im dritten Quartal fort / Foto: © AFP

Der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp hat im dritten Quartal den Negativkurs seines bisherigen Geschäftsjahres fortgesetzt. Der Umsatz lag mit knapp neun Milliarden Euro rund sechs Prozent unter dem Vorjahresquartal, das Nettoergebnis sackte von 83 Millionen tief in den roten Bereich auf minus 54 Millionen Euro ab. Hintergrund sind vor allem die Probleme im Stahlgeschäft des Konzerns.

Textgröße ändern:

Der Bereich sei "von schwacher Konjunktur und strukturellen Herausforderungen geprägt", erklärte Thyssenkrupp. Hinzu käme "die geringere Dynamik in wichtigen Kundenindustrien wie der Automobilindustrie, dem Maschinen- und Anlagenbau und der Bauwirtschaft" sowie die weiterhin hohen Energiekosten. Beim schlechten Nettoergebnis spielten demnach zudem "Einmaleffekte" wie Restrukturierungsaufwendungen eine Rolle.

Für das gesamte Geschäftsjahr geht der Konzern von einem Umsatzrückgang um sechs bis acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus und erwartet einen Verlust "im mittleren bis hohen dreistelligen Millionen-Euro-Bereich".

Die gestiegenen Energie -und Rohstoffpreise sowie ausländische Konkurrenz belasten besonders die Stahlsparte. Der Essener Konzern will sich in dem Bereich deshalb neu aufstellen und treibt eine Abspaltung voran. 20 Prozent wurden bereits an die Firma EPCG des tschechischen Milliardärs Daniel Kretinsky verkauft. Geplant ist, weitere 30 Prozent an EPCG abzutreten.

"Mit dem Closing der 20-prozentigen Beteiligung von EP Corporate Group sind wir außerdem auf dem Weg zur eigenständigen Aufstellung des Stahlgeschäfts einen großen Schritt vorangekommen", erklärte Thyssenkrupp Finanzvorstand Jens Schulte. Vorbereitend für die Abspaltung soll zudem die Produktion am Standort Duisburg gedrosselt werden. Thyssenkrupp Steel Europe beschäftigt derzeit rund 27.000 Menschen, viele davon im Ruhrgebiet.

In den anderen Konzernbereichen lief es den Angaben vom Dienstag zufolge zwar besser. "Automotive Technology, Materials Services und Marine Systems konnten ihren Ergebnisbeitrag im Vergleich zum Vorjahr verbessern", erklärte Thyssenkrupp. Dennoch dürfte es konzernweite Veränderungen geben: "Um sich bestmöglich auf die sich wandelnden Märkte auszurichten, gehen unsere Geschäfte - wo nötig - auch Restrukturierungen konsequent an: Das gilt nicht nur für den Stahlbereich, sondern auch für einzelne Geschäftsbereiche der anderen Segmente."

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Glücksspiele im Internet: BGH verhandelt über verlorene Wetteinsätze

Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe befasst sich am Donnerstag (10.00 und 12.00 Uhr) erneut mit dem Thema Glücksspiele im Internet. In zwei Verhandlungen geht es um Spieler, die von Anbietern aus Malta verlorene Einsätze zurückfordern. Zahlreiche solcher Fälle liegen bei deutschen Gerichten - der BGH will die wichtigen Fragen nun grundsätzlich klären. (Az. I ZR 216/25 und I ZR 78/25)

Von der Leyen stellt Gesetzesvorschlag für Social-Media-Verbot vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen stellt am Donnerstag (ab 10.00 Uhr) in Straßburg einen Gesetzesvorschlag für ein EU-weites Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren vor. Das Gesetz soll darüber hinaus vorsehen, dass 13- und 14-Jährige nur Profile mit eingeschränkten Funktionen erstellen können. Von der Leyen hatte ihre Pläne am Mittwoch bereits angekündigt, die Details sollen nun im Gesetzesvorschlag folgen.

Weißes Haus kritisiert Leitzinserhöhung der Fed

Das Weiße Haus hat die Leitzinserhöhung der US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) kritisiert. Weiße-Haus-Sprecher Kush Desai sprach am Mittwoch im Sender Fox News von einer "eher unglücklichen Entscheidung". Die Fed habe aus Sicht der US-Regierung keine besonders überzeugende wirtschaftliche Begründung dafür geliefert.

Deutschland und Kanada wollen KI "im Dienste des Menschen" fördern

Eine KI "im Dienste des Menschen": Inmitten der Debatte über Gefahren durch Künstliche Intelligenz haben Deutschland und Kanada angekündigt, einen laut Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) "neuartigen" und "von Grund auf sicheren" Ansatz mit einer millionenschweren Förderung vorantreiben zu wollen. Der Schritt erfolge in einem "entscheidenden Moment", sagte der kanadische KI-Minister Evan Solomon am Mittwoch in Montréal. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte derweil an, mit KI-Firmen über eine langsamere Entwicklung beraten zu wollen.

Textgröße ändern: