Deutsche Tageszeitung - Habeck will Regeln für chinesische Plattformen wie Shein verschärfen

Habeck will Regeln für chinesische Plattformen wie Shein verschärfen


Habeck will Regeln für chinesische Plattformen wie Shein verschärfen
Habeck will Regeln für chinesische Plattformen wie Shein verschärfen / Foto: © AFP

Das Wirtschaftsministerium will chinesische Online-Plattformen wie Shein und Temu, die extrem billige Mode und Ware anbieten, stärker regulieren und so den Verbraucherschutz erhöhen. "Wer online einkauft, muss sich auf sichere und unbedenkliche Produkte verlassen können", erklärte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) am Freitag. Er präsentierte einen Aktionsplan E-Commerce, der sicherstellen soll, dass alle Unternehmen die dazu nötigen deutschen und europäischen Sicherheitsstandards erfüllen.

Textgröße ändern:

Habeck verwies auf Ergebnisse einer Marktüberwachung durch das Hauptzollamt Frankfurt am Main Flughafen; unter den geprüften Produkten waren neben Kleidung etwa auch Schmuck und Handtaschen. Ein Großteil entsprach nicht den Vorschriften, so fehlten vor allem Kennzeichnungen. In anderen Produkten konnte das Vorhandensein gefährlicher chemischer Inhaltsstoffe zumindest "nicht ausgeschlossen werden".

"Giftige Substanzen gehören nicht in Kleidung oder Spielgeräte", erklärte Habeck. Die bestehenden EU-Standards in Bezug auf Produktsicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz sowie Verbraucherschutz "gelten für alle Unternehmen", fuhr sein Ministerium fort. "Nur so können wir unsere Unternehmen vor unfairem Wettbewerb schützen."

Der Minister schlägt in seinem Aktionsplan unter anderem eine "konzertierte Aktion" der deutschen und europäischen Marktüberwachungsbehörden und des Zolls sowie automatisierte Kontrollen vor. Dazu müssten auch die Befugnisse dieser Behörden ausgeweitet werden. Außerdem müsse die EU-Kommission das EU-Gesetz für digitale Dienste gegenüber den besonders großen Plattformen "konsequent" durchsetzen und "umfangreich Daten über Verstöße" sammeln. Beschwerdemöglichkeiten für Betroffene müssten verbessert werden.

Das Ministerium schlägt außerdem vor, die Hersteller zu einem digitalen Produktpass mit Informationen zu Produktsicherheit sowie Umwelt- und Gesundheitsschutz zu verpflichten. Nicht zuletzt müsse der Austausch zwischen den Datenschutzbehörden der EU-Länder intensiviert werden.

"Konkurrenz belebt das Geschäft", erklärte Habeck zu den chinesischen Anbietern. "Aber: die deutschen und europäischen Unternehmen dürfen nicht dadurch benachteiligt werden, dass andere die geltenden Regeln umgehen."

(G.Khurtin--DTZ)

Empfohlen

"Wunderschöner Anblick": Artemis-Crew hat Hälfte der Strecke zum Mond zurückgelegt

Die Astronauten der Artemis-2-Mission haben mehr als die halbe Strecke zum Mond zurückgelegt und einen fantastischen Blick auf den Erdtrabanten wie auch die Erde. "Wir können den Mond gerade aus der Luke sehen, es ist ein wunderschöner Anblick", sagte die US-Astronautin Christina Koch am Samstagmorgen (MESZ) während einer Live-Übertragung der Nasa. Die US-Raumfahrtbehörde veröffentlichte derweil faszinierende Aufnahmen von der Erde, die von der Orion-Raumkapsel aus aufgenommen wurden.

Deutschland und weitere Länder fordern EU zu Prüfung von Übergewinnsteuer auf

Deutschland und vier andere europäische Staaten haben die EU aufgefordert, Maßnahmen für eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne zu prüfen. Eine solche sei bereits 2022 als Notfallreaktion auf hohe Energiepreise genutzt worden, heißt es in einem Brief an EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Samstag vorlag. "Angesichts der derzeitigen Marktverzerrungen und finanzpolitischen Zwänge" sollte die Europäische Kommission nun "zügig" ein ähnliches EU-weites Instrument ausarbeiten.

ADAC: Neue Preisregel für Tankstellen hat Preisniveau nicht reduziert

Der ADAC hat nach knapp drei Tagen ein vorläufiges negatives Fazit zu der von der Bundesregierung eingeführten Preisregel für Tankstellen gezogen. "Aus Sicht des ADAC hat die Umstellung auf das sogenannte Österreich-Modell das hohe Preisniveau nicht reduziert", erklärte der Club am Freitag. "Stattessen hat es die Entwicklung nach oben eher befördert."

DIHK: Jeder sechste Industriebetrieb verdient durch Verteidigungsindustrie

Jeder sechste Industriebetrieb in Deutschland ist nach Angaben der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) bereits in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden. Besonders hoch sei der Anteil mit 36 Prozent im Fahrzeugbau, zitierte die "Wirtschaftswoche" am Freitag aus einer Sonderauswertung der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage. Demnach sehen fast ein Drittel der befragten Industrieunternehmen Chancen für das eigene Geschäftsmodell in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Textgröße ändern: