Deutsche Tageszeitung - Irreguläre Migration: Steinmeier fordert spürbare Lösungen von demokratischer Mitte

Irreguläre Migration: Steinmeier fordert spürbare Lösungen von demokratischer Mitte


Irreguläre Migration: Steinmeier fordert spürbare Lösungen von demokratischer Mitte
Irreguläre Migration: Steinmeier fordert spürbare Lösungen von demokratischer Mitte / Foto: © AFP/Archiv

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu spürbaren Lösungen beim Vorgehen gegen die irreguläre Migration aufgerufen. "Es ist jetzt an den Parteien der demokratischen Mitte, eine Lösung für die Themen zu präsentieren, die die Menschen umtreiben", sagte Steinmeier am Freitag im ARD-"Morgenmagazin". Nötig sei ein Ergebnis, "bei dem die Leute nicht nur den Eindruck haben, sondern wissen, dass es ein Beitrag zur Lösung ist".

Textgröße ändern:

Mit Blick auf die gescheiterten Gespräche von Union und Ampel-Regierung über die Migrationspolitik sagte Steinmeier, es wäre "darauf angekommen, dass aus den Bemühungen, die stattgefunden haben zwischen den Parteien der Regierungskoalition und der größten Oppositionspartei, etwas Gemeinsames entsteht". Dies sei bisher nicht der Fall und der Fortgang der Gespräche sei offen.

"Wenn das gemeinsame Bemühen gescheitert sein sollte, dann muss eben aus dem, was vereinbarungsfähig ist in der Koalition, etwas gemacht werden", fügte der Bundespräsident hinzu. Die Bürgerinnen und Bürger müssten spüren, dass es eine Lösung für das Problem gibt.

CDU-Chef Friedrich Merz hatte in dem Gespräch mit der Regierungskoalition umfassende Zurückweisungen von Geflüchteten an der Grenze gefordert - auch von Asylbewerbern. Die Regierung hat hiergegen rechtliche Bedenken und verweist auf die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs. Die Union hatte deshalb am Mittwoch ein Gespräch mit der Regierung über eine gemeinsam getragene Verschärfung der Migrationspolitik abgebrochen.

Die Krisen und Kriege der vergangenen Jahre und der jüngsten Zeit hätten die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verschärft, sagte Steinmeier in der ARD. Es machten sich Unsicherheit und bei manchen auch Angst breit.

Einige politische Akteure würden damit Geschäfte betreiben, sagte er mit Blick auch auf die Wahlen in Ostdeutschland. Sie trieben die Polarisierung der Gesellschaft voran, "statt Brücken zwischen unterschiedlichen Gruppen wieder zu stabilisieren". "Es wird ein langer Weg sein, um diese Polarisierung Richtung Zusammenhalt und Mitmenschlichkeit zu bewegen", betonte der Bundespräsident.

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Ex-Kanzler Scholz dabei: 37 frühere Spitzenpolitiker kritisieren in Ungleichheit

Dutzende frühere Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben ihre Nachfolger in einem offenen Brief zur Eindämmung extremer Ungleichheit aufgerufen. "Die Kluft zwischen den Reichsten und den Ärmsten ist schlicht zu groß geworden", heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben, das der Nachrichtenagentur AFP vorlag, und zu dessen Unterzeichnern auch der ehemalige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) gehört.

ÖPNV-Vergleich: Deutschland fällt in Europa leicht auf Rang fünf zurück

Deutschland ist in einem europaweiten ÖPNV-Ranking der Umweltschutzorganisation Greenpeace leicht zurückgefallen - maßgeblich wegen der Verteuerung des Deutschlandtickets. In dem Vergleich von 30 Ländern, der unter anderem auf der Bezahlbarkeit der Fahrkarten basiert, rutschte die Bundesrepublik um einen Rang auf Platz fünf ab. Die Spitzenplätze belegten erneut Malta und Luxemburg, wo der öffentliche Nahverkehr kostenlos ist. "Doch auch in Slowenien und Österreich fährt man heute günstiger als in Deutschland", erklärte Greenpeace am Mittwoch.

Inbetriebnahme von LNG-Terminal in Stade in Vorbereitung

Die Inbetriebnahme des vierten staatlich verwalteten Importterminal für Flüssiggas (LNG) in Deutschland ist nach langer Verzögerung in Vorbereitung. Das Terminal-Schiff "Energos Force" habe am Dienstag im Industriehafen Stade-Bützfleth angelegt, erklärte die staatliche Betreiberfirma Deutsche Energy Terminal (DET) am Mittwoch. Weil sich der Start der Anlage verzögert hatte, war das Schiff zwischenzeitlich nach Jordanien verchartert worden.

Von der Leyen schlägt Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren vor

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Onlineplattformen wie Instagram, Snapchat und Tiktok für Kinder unter 13 Jahren verbieten. "Keine sozialen Netzwerke unter 13 Jahren, kein eigenes Nutzerkonto unter 15 Jahren", forderte sie am Mittwoch vor dem Europaparlament. 13- und 14-Jährige sollen Profile mit eingeschränkten Funktionen und begrenzter Nutzungszeit am Tag nutzen können, "die von Eltern eingerichtet und beaufsichtigt werden."

Textgröße ändern: