Deutsche Tageszeitung - Chef der Rentenversicherung warnt nächste Regierung vor Kürzungen aus Spargründen

Chef der Rentenversicherung warnt nächste Regierung vor Kürzungen aus Spargründen


Chef der Rentenversicherung warnt nächste Regierung vor Kürzungen aus Spargründen
Chef der Rentenversicherung warnt nächste Regierung vor Kürzungen aus Spargründen / Foto: © AFP/Archiv

Der Vorstandschef der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV), Alexander Gunkel, hat die Politik davor gewarnt, aus reinem Sparzwang die Zuschüsse an die Rentenversicherung zu kürzen. Er wolle "der kommenden Koalition nach der Bundestagswahl" sagen: "Haushaltspolitisch motivierte Kürzungen der Bundeszuschüsse darf es nicht geben", sagte Gunkel am Donnerstag bei einer DRV-Veranstaltung in Berlin.

Textgröße ändern:

"Eine stabile Rentenversicherung braucht eine verlässliche Finanzierung", unterstrich Gunkel laut Redemanuskript. Das gelte "gerade jetzt, wenn mit dem Renteneintritt der geburtenstärksten Jahrgänge hohe Belastungen auf die Rentenversicherung zukommen".

Der Zuschuss des Bundes an die Rentenversicherung ist der größte Einzelposten im Bundeshaushalt. 2024 bekommt die DRV auf diesem Wege 87,6 Milliarden Euro. Damit machen die Bundeszuschüsse rund 22 Prozent der Gesamteinnahmen aus.

Gunkel äußerte sich in diesem Zusammenhang erleichtert, dass durch das Ende der Ampel-Koalition bestimmte Pläne für die Rentenversicherung nicht mehr umgesetzt werden. Mit dem zweiten Haushaltsbegleitgesetz und dem Rentenpaket II seien Kürzungen der Bundeszuschüsse im Umfang von 2,8 Milliarden Euro vorgesehen gewesen, sagte er - dazu komme es nun nicht mehr. "Wir begrüßen das ausdrücklich", sagte Gunkel laut Redemanuskript.

Er betonte zugleich, dass die Rente durch das Ampel-Aus nicht beeinträchtigt werde. "Die aktuelle Situation wirkt sich nicht auf die Arbeit oder Finanzen der Deutschen Rentenversicherung aus", sagte Gunkel. Der Beitragssatz von 18,6 Prozent gelte im kommenden Jahr weiterhin, auch um die Rentenanpassung im nächsten Sommer "muss sich niemand sorgen, denn dafür bedarf es keiner Mitwirkung des Bundestags".

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Autobauer im Umbruch: BMW will rund 8000 Jobs abbauen

In der kriselnden deutschen Automobilindustrie will nun auch BMW seine Kosten durch den Abbau von Arbeitsplätzen senken. Bis Ende 2027 strebt der Münchener Konzern den Abbau von rund 8000 Stellen an, wie die Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch aus Unternehmenskreisen erfuhr. Demnach will BMW ab Oktober rund 40.000 seiner rund 85.000 Beschäftigten in Deutschland individuelle Abfindungsangebote unterbreiten - betroffen sind vor allem Bürojobs, nicht aber die Produktion.

Nach Anschlag in Berlin: Doppelt so viele Polizisten bei CSD in Hamburg

Nach dem mutmaßlich islamistischen Anschlag in Berlin verschärft die Hamburger Polizei vor der dortigen Großdemonstration zum Christopher Street Day (CSD) am Samstag ihre Sicherheitsmaßnahmen drastisch. "Wir werden mit rund doppelt so viel Kräften wie beim letzten Mal vor Ort sein", sagte Hamburgs Polizeipräsident Falk Schnabel am Mittwoch im Deutschlandfunk. Als "Lehre aus Berlin" würden die Beamten zudem verstärkt das Umfeld der eigentlichen Veranstaltung kontrollieren.

Industrie begrüßt umstrittene Energiegesetze von Wirtschaftsministerin Reiche

Die deutsche Industrie hat die umstrittenen Energiegesetze von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) begrüßt. "Mit der EEG-Novelle und dem Netzpaket setzt die Bundesregierung wichtige und lange überfällige Impulse für ein effizientes und wettbewerbsfähiges Energiesystem", erklärte Holger Lösch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), am Mittwoch. Die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und das sogenannte Netzpaket sollten später im Bundeskabinett verabschiedet werden.

Russland schreibt Telegram-Chef Durow zur internationalen Fahndung aus

Russland hat den in Frankreich lebenden Chef des Onlinedienstes Telegram, Pawel Durow, zur internationalen Fahndung ausgeschrieben. Dem Gründer des Messengerdienstes werde "Beihilfe zum Terrorismus" vorgeworfen, zitierten russische Nachrichtenagenturen am Mittwoch den russischen Geheimdienst FSB. Hintergrund seien Ermittlungen zur Ausbildung junger Russen für Sabotageaktivitäten durch den ukrainischen Geheimdienst.

Textgröße ändern: