Deutsche Tageszeitung - Bundestag beschließt weiteres Gesetz vor Neuwahl - Ziel ist besserer Mutterschutz

Bundestag beschließt weiteres Gesetz vor Neuwahl - Ziel ist besserer Mutterschutz


Bundestag beschließt weiteres Gesetz vor Neuwahl - Ziel ist besserer Mutterschutz
Bundestag beschließt weiteres Gesetz vor Neuwahl - Ziel ist besserer Mutterschutz / Foto: © AFP/Archiv

Der Bundestag wird vor der Neuwahl Ende Februar voraussichtlich noch ein weiteres Gesetz verabschieden. Mit den Stimmen von SPD, Grünen, FDP und Union soll der Mutterschutz für Frauen bei Fehlgeburten verbessert werden - dies sagte Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) dem "Tagesspiegel" vom Donnerstag. "Ich begrüße es sehr, dass sich nun eine breite überparteiliche Einigung für einen gestaffelten Mutterschutz bei Fehlgeburten abzeichnet", sagte die Ministerin.

Textgröße ändern:

Das neue Gesetz sieht vor, dass künftig bei Fehlgeburten schon deutlich vor der 24. Schwangerschaftswoche die Regeln des Mutterschutzes greifen. "Damit wird eine Schutzlücke für schwangere Frauen in Deutschland endlich geschlossen", sagte Paus. Darauf hätten sich die vier Fraktionen in internen Absprachen verständigt.

Die bisherigen Regeln des Mutterschutzes greifen nicht, wenn die Geburt vor der 24. Schwangerschaftswoche erfolgt. Es gibt dann bei einer Fehlgeburt für die Mutter keine gesetzliche Schutzfrist, was etwa auch Entgeltfortzahlungen betrifft. Bislang müssen sich Mütter nach einer solchen Fehlgeburt die Arbeitsunfähigkeit per ärztlichem Attest bescheinigen lassen, etwa wegen seelischer oder körperlicher Belastungen.

"Eine Fehlgeburt kann eine traumatische Erfahrung sein", erklärte Paus zur Begründung des neuen Gesetzes. Der nun anvisierte gestaffelte Mutterschutz biete betroffenen Frauen die Möglichkeit, "sich zu erholen und so auch mögliche gesundheitliche Komplikationen zu vermeiden".

Zuversichtlich äußerte sich auch Leni Breymeier, die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion: "Es sieht alles danach aus, dass wir den gestaffelten Mutterschutz bei Fehlgeburten noch vor der Neuwahl des Bundestages in der verbliebenen Sitzungswoche im Januar schaffen", sagte sie dem "Tagesspiegel". Die obligatorische Verbändeanhörung im Bundestag ist nach Angaben Breymeiers "gleich am ersten Sitzungstag des neuen Jahres" angesetzt worden.

Auch die Union begrüßte die Einigung - reklamierte das Vorhaben aber als ihren eigenen Erfolg. "Der gestaffelte Mutterschutz nach einer Fehlgeburt war der Union ein Herzensanliegen, und wir haben der 'Ampel' unsere Unterstützung hier immer angeboten", sagte CDU-Vizechefin Silvia Breher, die auch die frauenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion ist, dem "Tagesspiegel".

Ministerin Paus habe es aber "nicht geschafft, dieses wichtige Vorhaben umzusetzen", kritisierte Breher. "Deshalb haben wir einen eigenen Gesetzentwurf mit einem gestaffelten Mutterschutz ab der 13. Schwangerschaftswoche eingebracht und sind froh, dass SPD, Grüne und FDP dem jetzt zustimmen wollen."

(P.Hansen--DTZ)

Empfohlen

SCANDIC COIN, digitale Währung innerhalb eines geschlossenen ECO-Systems

SCANDIC COIN (SNC) ist ein neu entstandenes internationales Blockchain‑Projekt, das von der Scandic Finance Group (SFG) als Markenökosystem betrieben wird. Die Gruppe mit Sitz in Hongkong hat eine digitale Währung geschaffen, welche reale Unternehmen mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Immobilien, Mobilität, Daten und Lifestyle verbindet. Die offizielle Webseite weißt SCANDIC COIN (https://www.SCANDIC COIN.dev) als „transaktionales Herzstück“ eines Ökosystems aus.

Flugbegleitergewerkschaft will Lufthansa Mittwoch und Donnerstag bestreiken

Nach Streiks von Piloten und Kabinenpersonal bei der Lufthansa geht der Arbeitskampf in die nächste Runde: Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) rief am Montag zu einem zweitägigen Streik am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche auf. Bestreikt werden alle Abflüge der Deutschen Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München - und alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.

Epstein-Skandal: Trump-Klage gegen "Wall Street Journal" vorerst gestoppt

Im Epstein-Skandal hat ein US-Bundesrichter eine Verleumdungsklage von Präsident Donald Trump gegen das "Wall Street Journal" vorerst gestoppt. Richter Darrin Gayles vom südlichen Bezirksgericht Florida entschied am Montag, Trump habe nicht nachgewiesen, dass das Blatt von Medienmogul Rupert Murdoch "böswillig" Falschbehauptungen über ihn veröffentlicht habe. Der Präsident hatte unter anderem Murdoch und seinen Verlag News Corp verklagt und mindestens zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Milliarden Euro) Entschädigung verlangt.

US-Teilblockade der Straße von Hormus beginnt: Trump droht iranischen Schnellbooten

Die US-Armee hat nach Angaben von Präsident Donald Trump mit der angekündigten Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus begonnen. Trump drohte am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social allen iranischen Schnellbooten mit Zerstörung. "Wenn sich eines dieser Schiffe unserer Blockade auch nur nähert, wird es sofort eliminiert", schrieb Trump.

Textgröße ändern: