Deutsche Tageszeitung - "Washington Post": Biden will Übernahme von US Steel durch Nippon blockieren

"Washington Post": Biden will Übernahme von US Steel durch Nippon blockieren


"Washington Post": Biden will Übernahme von US Steel durch Nippon blockieren
"Washington Post": Biden will Übernahme von US Steel durch Nippon blockieren / Foto: © AFP

Der scheidende US-Präsident Joe Biden will einem US-Medienbericht zufolge die umstrittene Übernahme des US-Stahlkonzerns US Steel durch den japanischen Konkurrenten Nippon Steel blockieren. Das Weiße Haus plane, dies am Freitag mitzuteilen - wenn Biden sich nicht doch noch in letzter Minute umentscheide, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf Regierungskreise. Biden hatte sich schon vor Monaten gegen die milliardenschwere Übernahme ausgesprochen, ebenso der designierte US-Präsident Donald Trump.

Textgröße ändern:

Ein Gremium der US-Regierung war Ende Dezember an einem Konsens zur Frage gescheitert, ob die geplante Übernahme die nationale Sicherheit der USA bedroht. Daher wurde die Angelegenheit von dem Gremium CFIUS an den Präsidenten verwiesen. Biden ist rechtlich daran gebunden, binnen 15 Tagen über das Vorhaben zu entscheiden. Die "Washington Post" schrieb, in den vergangenen Tagen hätten einige Berater noch versucht, den Präsidenten umzustimmen, da eine Blockade einer solch großen Investition die Beziehungen der USA zu Japan verschlechtern könne.

Die geplante Übernahme war im Dezember 2023 bekannt gegeben worden. Die Kaufsumme soll 14,9 Milliarden Dollar (13,4 Milliarden Euro) betragen.

Nippon Steel und US Steel hatten an Biden appelliert, dem Vorhaben grünes Licht zu geben. Die Übernahme sei "der bei weitem beste Weg, um sicherzustellen", dass US Steel auch in Zukunft erfolgreich sein werde. Sie kündigten bereits rechtliche Schritte an, sollte das Geschäft nicht genehmigt werden.

Gewerkschafter haben sich gegen die Übernahme ausgesprochen und die Versicherungen des japanischen Unternehmens als unglaubwürdig dargestellt. Die geplante Transaktion stelle "unternehmerische Gier, einen Ausverkauf der amerikanischen Arbeitnehmer und eine Gefährdung der langfristigen Zukunft der heimischen Stahlindustrie und unserer nationalen Sicherheit" dar, erklärte der Chef der Gewerkschaft USW, David McCall.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

24 Stunden in der Luft: Airbus A350 landet nach Rekordflug in Frankreich

Nach einer Rekordzeit von 24 Stunden und 24 Minuten in der Luft ist ein für extrem lange Strecken ausgebauter Airbus A350 in Frankreich gelandet. Das Flugzeug beendete am Dienstag seinen 23.076 Kilometer langen Testflug von der australischen Großstadt Melbourne nach Toulouse. Die australische Fluggesellschaft Qantas will das Flugzeug ab dem kommenden Jahr für Direktflüge nach Europa einsetzen.

Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland vielerorts aufgehoben oder gelockert

Knapp zwei Monate nach dem Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland infolge ukrainischer Angriffe sind in mehreren Regionen die Beschränkungen wieder aufgehoben oder gelockert worden. Am Montag und Dienstag wurden die Maßnahmen in mindestens sieben Regionen aufgehoben oder gelockert, wie aus Angaben der Behörden und Medienberichten hervorging. Darunter waren die Hauptstadt Moskau, die zweitgrößte Metropole St. Petersburg sowie stark betroffene Regionen im Süden.

Bundesgerichtshof: Jahresentgelte für Riester-Bausparverträge unzulässig

Jahresentgelte für die Führung von Riester-Bausparverträgen sind unzulässig. Kunden würden so unangemessen benachteiligt, entschied am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Geklagt gegen die Landesbank Hessen-Thüringen hatten der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und Verbraucherverbände. Laut vzbv können Betroffene nun Geld zurückverlangen. (Az. XI ZR 83/25)

Merz fordert "zwingend" hunderte Milliarden Euro Einsparungen beim EU-Haushalt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat "zwingend" Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro beim nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union gefordert. Nötig sei ein Budgetentwurf "mit Kürzungen in allen Bereichen", sagte Merz am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irischen Premierminister Micheal Martin in Dublin. Anlass des Besuchs war die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland am 1. Juli.

Textgröße ändern: