Deutsche Tageszeitung - EuGH: Bei Kauf von Zugticket Angabe "Herr" oder "Frau" unnötig

EuGH: Bei Kauf von Zugticket Angabe "Herr" oder "Frau" unnötig


EuGH: Bei Kauf von Zugticket Angabe "Herr" oder "Frau" unnötig
EuGH: Bei Kauf von Zugticket Angabe "Herr" oder "Frau" unnötig / Foto: © AFP/Archiv

Beim Onlinekauf eines Zugtickets ist die Angabe "Herr" oder "Frau" nach einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) keine erforderliche Angabe. Mit dieser am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung gab das Gericht der Klage eines französischen Verbands gegen die Praxis des französischen Eisenbahnunternehmens SNCF Connect statt. Dieses verlangt beim Kauf eines Fahrscheins im Internet, die Geschlechtsidentität anzugeben.

Textgröße ändern:

Der Verband Mousse sieht in der Geschlechtsangabe einen Verstoß gegen die Datenschutzgrundverordnung, nach welcher der Grundsatz der Datenminimierung gilt. Mousse nannte die Angabe des Geschlechts keine für den Ticketkauf nötige Angabe, scheiterte damit aber bei der zuständigen französischen Behörde. Der EuGH schloss sich dagegen der Sichtweise des Verbands nun an.

Demnach müssen nach dem Grundsatz der Datenminimierung die erhobenen Daten dem Zweck angemessen und erheblich sowie auf das für die Zwecke der Verarbeitung notwendige Maß beschränkt sein. Beim Kauf eines Zugtickets sei die Personalisierung der Kommunikation nicht unerlässlich - ein Bahnunternehmen könne in der Kommunikation allgemeine Höflichkeitsformeln anwenden, ohne die Geschlechtsidentität abzufragen.

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland vielerorts aufgehoben oder gelockert

Knapp zwei Monate nach dem Beginn von Begrenzungen beim Kraftstoffverkauf in Russland infolge ukrainischer Angriffe sind in mehreren Regionen die Beschränkungen wieder aufgehoben oder gelockert worden. Am Montag und Dienstag wurden die Maßnahmen in mindestens sieben Regionen aufgehoben oder gelockert, wie aus Angaben der Behörden und Medienberichten hervorging. Darunter waren die Hauptstadt Moskau, die zweitgrößte Metropole St. Petersburg sowie stark betroffene Regionen im Süden.

Bundesgerichtshof: Jahresentgelte für Riester-Bausparverträge unzulässig

Jahresentgelte für die Führung von Riester-Bausparverträgen sind unzulässig. Kunden würden so unangemessen benachteiligt, entschied am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Geklagt gegen die Landesbank Hessen-Thüringen hatten der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) und Verbraucherverbände. Laut vzbv können Betroffene nun Geld zurückverlangen. (Az. XI ZR 83/25)

Merz fordert "zwingend" hunderte Milliarden Euro Einsparungen beim EU-Haushalt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat "zwingend" Einsparungen in Höhe von mehreren hundert Milliarden Euro beim nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) der Europäischen Union gefordert. Nötig sei ein Budgetentwurf "mit Kürzungen in allen Bereichen", sagte Merz am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irischen Premierminister Micheal Martin in Dublin. Anlass des Besuchs war die Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft durch Irland am 1. Juli.

Coca-Cola meldet starkes Gewinnplus dank der Fußballweltmeisterschaft

Der US-Getränkekonzern Coca-Cola hat nach eigenen Angaben deutlich von der Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko profitiert. Der Nettogewinn im zweiten Quartal legte im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 4,42 Milliarden Dollar zu, wie Coca-Cola am Dienstag mitteilte. Der Umsatz stieg um sieben Prozent auf 13,38 Milliarden Dollar (11,8 Milliarden Euro).

Textgröße ändern: