Deutsche Tageszeitung - Gewerkschaft reicht Klage gegen Trump wegen Abteilung für Regierungseffizienz ein

Gewerkschaft reicht Klage gegen Trump wegen Abteilung für Regierungseffizienz ein


Gewerkschaft reicht Klage gegen Trump wegen Abteilung für Regierungseffizienz ein
Gewerkschaft reicht Klage gegen Trump wegen Abteilung für Regierungseffizienz ein / Foto: © AFP/Archiv

Die größte Gewerkschaft von US-Regierungsangestellten hat am Montag Klage gegen US-Präsident Donald Trump wegen seiner Pläne zur Schaffung einer Abteilung für Regierungseffizienz unter Führung des Milliardärs Elon Musk eingereicht. Die American Federation of Government Employees (AFGE) reichte die Klage nur wenige Minuten nach der Vereidigung Trumps zum 47. Präsidenten der USA bei einem Bezirksgericht in Washington ein.

Textgröße ändern:

Trump hat den Hightech-Unternehmer Musk, den reichsten Mann der Welt, damit beauftragt, die öffentlichen Ausgaben drastisch zusammenzustreichen. Trump und Musk behaupteten, der Regierungshaushalt mit einem Umfang von 6,8 Billionen Dollar könne um mindestens zwei Billionen Dollar gekürzt werden. Den meisten Experten zufolge ist dies ohne drastische Einschnitte bei wichtigen Sozialleistungen unrealistisch.

Die AFGE, welche die Interessen von rund 800.000 Bundesangestellten vertritt, erklärte in ihrer Klage, sie wolle sicherstellen, dass das geplante "Department of Government Efficiency" (DOGE) die Voraussetzungen für Beratungsausschüsse auf Bundesebene einhält. "Die Beratung und Anleitung, mit der Trump die DOGE beauftragt hat, ist weitreichend und bedeutend".

"DOGE, dessen Mitglieder aktuell nicht die Interessen gewöhnlicher US-Bürger repräsentieren, wird Einschnitte für Regierungsbehörden und Programme empfehlen, die Gesundheit, Leistungen, die Finanzen von Verbrauchern und die Sicherheit von Produkten schützen", hieß es von der Gewerkschaft.

Die Gewerkschaft erklärte weiter, dass Richtlinien des Bundes eine Regierung dazu autorisierten, "Kommissionen oder Arbeitsgruppen einzurichten und zu nutzen, um Ratschläge und Empfehlungen aus dem Privatsektor zu einer Reihe von Themen zu erhalten". Doch die Vorschriften gäben "zahlreiche Leitplanken vor, um zu verhindern, dass daraus Vehikel zur Förderung privater Interessen in den Entscheidungsprozessen des Bundes werden".

Zu diesen Leitplanken gehöre, dass in Beratungsausschüssen unterschiedliche Ansichten ausgewogen vertreten seien, "dass sie nicht geheim tagen und dass ihre Unterlagen und Arbeitsergebnisse für die Öffentlichkeit zugänglich sind".

Die AFGE forderte das Gericht auf zu verhindern, dass die Abteilung für Regierungseffizienz als Beratungsausschuss agiert, solange nicht gewährleistet sei, dass sie sich an die gesetzlichen Bestimmungen hält. Neben der Gewerkschaft reichten am Montag auch andere Interessengruppen Klage gegen DOGE ein.

Trump hatte neben Musk den Geschäftsmann Vivek Ramaswamy mit der Leitung der Abteilung für Regierungseffizienz beauftragt. Berichten zufolge hat Ramaswamy sich jedoch entschieden, sich zurückzuziehen und stattdessen für das Gouverneursamt im Bundesstaat Ohio zu kandidieren.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf Pipeline in Saudi-Arabien: Irak entdeckt Drohnen-Startvorrichtung nahe Iran

Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien hat die irakische Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden. Zwei Vertreter der irakischen Sicherheitsbehörden teilten der Nachrichtenagentur AFP am Samstag mit, die Startvorrichtungen für Drohnen seien in der entlegenen Region al-Tib in der südirakischen Provinz Missan entdeckt worden. Der Irak schloss daraufhin drei Grenzübergänge zu dem Nachbarland.

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Raketen ab

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Raketen seien am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan gestartet und rund 250 Kilometer weit geflogen, erklärte der südkoreanische Generalstab. Südkorea und die USA hätten sich über die Raketenstarts ausgetauscht und auch Japan informiert.

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Textgröße ändern: