Deutsche Tageszeitung - Linken-Bundestagsabgeordnete Akbulut in Zug attackiert

Linken-Bundestagsabgeordnete Akbulut in Zug attackiert


Linken-Bundestagsabgeordnete Akbulut in Zug attackiert
Linken-Bundestagsabgeordnete Akbulut in Zug attackiert / Foto: © AFP/Archiv

Die Linken-Bundestagsabgeordnete Gökay Akbulut ist nach eigenen Angaben in einem Zug bedrängt, rassistisch beleidigt und verletzt worden. Wie die Politikerin am Sonntagabend im Internetdienst Instagram mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Abend zuvor in einem Intercity-Zug von Heidelberg nach Stuttgart. Die Verletzung erfolgte demnach durch einen Wurf mit einer Bierflasche an den Kopf.

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Sie sei deswegen im Krankenhaus behandelt worden, schrieb Akbulut. Die Verletzung sei aber nur leicht gewesen. Erste rassistische Beleidigungen seien in dem Zug mit zahlreichen Fußballfans demnach erfolgt, als sie auf der Suche nach einem Sitzplatz durch den Zug ging. In der Nachbarschaft sei eine Gruppe von Männern gewesen, "die ständig AfD-Parolen riefen, sangen und grölten". Als sie davon Aufnahmen gemacht habe, sei der Angriff mit der Bierflasche erfolgt.

Akbulut machte "eine aufgeheizte gesellschaftliche Stimmung" für den Vorfall verantwortlich, in der "Migration als das Übel aller Dinge" dargestellt werde. Sie rief Politikerinnen und Politiker aller Parteien auf, in der Migrationsdebatte den Tonfall zu mäßigen. "Anstatt Forderungen der politischen Rechten zu übernehmen, brauchen wir jetzt eine klare Kante gegen Rassismus und Rechtsextremismus", forderte sie weiter.

Mehrere Politikerinnen und Politiker der Linken und auch anderer Parteien verurteilten die Attacke. "Wer eine von uns angreift, der greift uns alle an", hieß es in einer Mitteilung der Mannheimer Linken, für die Akbulut erneut für den Bundestag kandidiert. Der sächsische Linken-Politiker Markus Pohle rief im Internetdienst X zur Solidarität mit Akbulut auf. "Die Gewalt von Rechts wird immer enthemmter", schrieb die Mannheimer SPD-Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori auf X. Sie sprach vom "Gift der aktuellen Debatten gegen Menschen mit Migrationshintergrund" und wünschte Akbulut "rasche Genesung."

(B.Izyumov--DTZ)

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