Deutsche Tageszeitung - Krankenstand in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gesunken

Krankenstand in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gesunken


Krankenstand in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gesunken
Krankenstand in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gesunken / Foto: © AFP/Archiv

Der Krankenstand in Deutschland ist im vergangenen Jahr leicht gesunken. Wie eine am Montag veröffentlichte Auswertung des IGES-Gesundheitsinstituts für die Krankenkasse DAK zeigt, gingen die Fehltage im Vergleich zu den beiden Vorjahren um 0,1 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent zurück. Weniger Arbeitsausfällen durch Atemwegserkrankungen oder Rückenschmerzen standen mehr Fehltagen wegen psychischer Erkrankungen gegenüber. Auch Daten der Techniker Krankenkasse (TK) zeigen für 2024 einen leicht rückgängigen Krankenstand.

Textgröße ändern:

DAK-Chef Andreas Storm nannte es "ein erstes positives Signal, dass der Krankenstand in Deutschland 2024 nicht weiter gestiegen ist, sondern leicht sinkt". Ob daraus eine Trendwende entstehe, sei noch offen.

Bei den Fehltagen hatte es von 2021 auf 2022 einen sprunghaften Anstieg gegeben, was die DAK vor allem auf ein neues elektronisches Meldeverfahren zurückführt. Seitdem gehen Arztatteste zur Arbeitsunfähigkeit automatisch bei den Krankenkassen ein. Zusätzliche Fehltage entstanden zudem durch verstärkte Erkältungswellen und Coronainfektionen. Die Schwankungen waren zuletzt aber gering.

IGES wertete für die aktuelle Studie Krankmeldungen von 2,4 Millionen bei der DAK versicherten Beschäftigten aus. Sie hatten im Jahr 2024 demnach pro Kopf durchschnittlich 19,7 Fehltage. Zwar stiegen die Krankmeldungen insgesamt geringfügig an, aber im Schnitt blieben Beschäftigte nicht so lange krank wie im Vorjahr.

Die Fehltage aufgrund von Atemwegsbeschwerden wie Husten, Bronchitis oder Schnupfen sanken um acht Prozent und aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen wie zum Beispiel Rückenschmerzen um sechs Prozent. Einen Zuwachs um 5,7 Prozent gab es hingegen erneut bei den Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen wie Depressionen.

Auch die TK-Daten zeigen mit durchschnittlich 19,1 Kranktagen pro versicherter Erwerbsperson einen leichten Rückgang der Fehltage nach dem Rekordjahr 2023 (19,4 Fehltage). Allerdings stagniere der Krankenstand mit 5,23 Prozent weitgehend auf einem hohen Niveau.

Unterschiede gab es in den einzelnen Branchen. So zeigt die DAK-Analyse für die Datenverarbeitungsbranche sowie für Banken und Versicherungen jeweils einen unterdurchschnittlichen Krankenstand von 3,5 beziehungsweise 4,0 Prozent. Weit überdurchschnittlich waren die Arbeitsausfälle im Gesundheitswesen (6,3 Prozent) sowie in der Branche Verkehr, Lagerei und Kurierdienste (6,0 Prozent).

Wie eine Sonderanalyse des IGES-Instituts Storm zufolge weiter zeigt, ist "Deutschland entgegen anderen Behauptungen doch nicht Europameister beim Krankenstand". Wegen der unterschiedlichen Erfassung der Fehltage in den Ländern seien die Krankenstände in Europa nicht vergleichbar. Allerdings zeige eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), dass sich Deutschland dabei im oberen Mittelfeld bewege, erklärte der DAK-Chef.

Wegen der hohe Krankenstände in Deutschland hatte zuletzt der Chef des Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte, vorgeschlagen, den sogenannten Karenztag bei Krankmeldungen wieder einzuführen. Damit würden die Arbeitnehmer die Kosten für den ersten Krankheitstag selbst tragen.

(W.Uljanov--DTZ)

Empfohlen

Nach Angriff auf Pipeline in Saudi-Arabien: Irak entdeckt Drohnen-Startvorrichtung nahe Iran

Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien hat die irakische Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden. Zwei Vertreter der irakischen Sicherheitsbehörden teilten der Nachrichtenagentur AFP am Samstag mit, die Startvorrichtungen für Drohnen seien in der entlegenen Region al-Tib in der südirakischen Provinz Missan entdeckt worden. Der Irak schloss daraufhin drei Grenzübergänge zu dem Nachbarland.

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Raketen ab

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Raketen seien am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan gestartet und rund 250 Kilometer weit geflogen, erklärte der südkoreanische Generalstab. Südkorea und die USA hätten sich über die Raketenstarts ausgetauscht und auch Japan informiert.

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Textgröße ändern: