Deutsche Tageszeitung - Erstarken der chinesischen KI-Konkurrenz löst Kurseinbrüche im US-Tech-Sektor aus

Erstarken der chinesischen KI-Konkurrenz löst Kurseinbrüche im US-Tech-Sektor aus


Erstarken der chinesischen KI-Konkurrenz löst Kurseinbrüche im US-Tech-Sektor aus
Erstarken der chinesischen KI-Konkurrenz löst Kurseinbrüche im US-Tech-Sektor aus / Foto: © AFP

Die US-Technologiebranche gerät durch erstarkte Konkurrenz aus China im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) massiv unter Druck. Ein sensationeller Aufschwung in den Nutzerzahlen der KI-App der chinesischen Firma DeepSeek ließ am Montag die Kurse von US-Tech-Unternehmen absacken. Besonders stark brach die Aktie von Nvidia ein, dem Weltmarktführer bei leistungsstarken Mikrochips für KI. Deep Seek meldete unterdessen einen massiven Cyberangriff auf seine App.

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Die "großangelegten bösartigen Attacken" hätten zur Folge, dass sich vorerst keine neuen Nutzer registrieren könnten, teilte die chinesische Firma mit. Bereits registrierte Nutzer könnten den KI-Chatbot von DeepSeek jedoch weiterhin nutzen.

Am selben Tag hatte die DeepSeek-App die weltweit führende KI-Anwendung ChatGPT des US-Unternehmens OpenAI bei der Zahl der Downloads im App-Store von Apple überholt. In den vergangenen Tagen hatte es Berichte gegeben, wonach der Chatbot von DeepSeek in seiner Leistungsfähigkeit mit der KI-Software der US-Konkurrenzunternehmen auf gleicher Höhe sei.

Dabei hat die 2023 im chinesischen Hangzhou gegründete Firma nach eigenen Angaben lediglich 5,6 Millionen Dollar für die Entwicklung ihres Chatbots benötigt - ein Bruchteil der Milliardeninvestitionen von US-Technologieriesen wie Nvidia, Meta oder Alphabet in diesem Bereich.

Die Aktie von Nvidia büßte infolge des DeepSeek-Aufschwungs in den ersten Stunden des Handels an der New Yorker Wall Street um mehr als 16 Prozent ein - mehr als 500 Milliarden Dollar (476 Milliarden Euro) an Marktwert des Mikrochip-Herstellers wurden damit vernichtet. Auch die Aktien des Google-Mutterkonzerns Alphabet sowie von Microsoft und Amazon rutschten ab, wenn auch weniger deutlich. Der US-Technologieindex Nasdaq fiel um mehr als drei Prozent.

Die technologische Vormachtstellung der USA werde von China "in Frage gestellt", kommentierte die Analystin Kathleen Brooks von der Handelsplattform XTB die Entwicklung. "Der Fokus liegt jetzt darauf, ob China es besser, schneller und kostengünstiger als die USA machen kann, und ob sie das KI-Rennen gewinnen könnten."

Glimpflicher als die anderen US-Tech-Giganten kam am Montag der Facebook- und Instagram-Mutterkonzern Meta davon. Nach anfänglichem Verlust drehte die Aktie bis zum Mittag (Ortszeit) leicht ins Plus. Meta-Chef Mark Zuckerberg hatte am Freitag Investitionen von 60 bis 65 Milliarden Dollar in KI in in diesem Jahr angekündigt.

Der neue US-Präsident Donald Trump hatte kurz nach seinem Amtsantritt vor einer Woche eine gigantisches KI-Infrastrukturprojekt angekündigt, das nach seinen Angaben in den nächsten Jahren Investitionen von "mindestens 500 Milliarden Dollar" in den USA nach sich ziehen soll.

(W.Uljanov--DTZ)

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