Deutsche Tageszeitung - Trump verbietet per Dekret "Transgender-Ideologie" in der US-Armee

Trump verbietet per Dekret "Transgender-Ideologie" in der US-Armee


Trump verbietet per Dekret "Transgender-Ideologie" in der US-Armee
Trump verbietet per Dekret "Transgender-Ideologie" in der US-Armee / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat ein Verbot der "Transgender-Ideologie" in den Streitkräften verhängt. Er unterzeichnete am Montag ein Dekret, das sich gegen Transmenschen in der US-Armee richtet. Darin wird die Transidentität als unvereinbar mit dem "ehrbaren" und "disziplinierten" Lebensstil bezeichnet, der von Mitgliedern der Streitkräfte erwartet werde.

Textgröße ändern:

Das Dekret ist ein Rückschlag für das Streben von Transmenschen in den USA nach gesellschaftlicher Anerkennung und Gleichberechtigung. Bereits kurz nach seiner Vereidigung am Montag vergangener Woche hatte Trump per Dekret die Bundesbehörden angewiesen, nur noch das männliche und weibliche Geschlecht anzuerkennen. Eine der Folgen ist beispielsweise, dass das Außenministerium keine geschlechtsneutralen Reisepässe mehr ausstellt.

An diesem Montag sagte Trump dann bei einem Treffen republikanischer US-Kongressabgeordneter in Miami im Bundesstaat Florida: "Um sicherzustellen, dass wir die tödlichste Kampftruppe der Welt haben, werden wir die Transgender-Ideologie zum Teufel aus unserem Militär verbannen."

Wenig später unterzeichnete der Rechtspopulist dann die entsprechende Anordnung während seines Rückflugs nach Washington. In dem Dekret argumentiert Trump, dass die US-Armee von einer "radikalen Gender-Ideologie geplagt worden ist, die Aktivisten beschwichtigen" sollte. "Viele mentale und physische Gesundheitszustände" seien aber nicht mit dem Militärdienst vereinbar, heißt es ferner.

Das Dekret enthält weitere harsche Pauschalurteile über Transmenschen. So heißt es darin: "Die Annahme einer geschlechtlichen Identität, die nicht mit dem Geschlecht eines Individuums übereinstimmt, steht in Konflikt mit der Verpflichtung eines Soldaten zu einem ehrbaren, wahrheitsliebenden und disziplinierten Lebensstil".

Auch heißt es: "Die Erklärung eines Mannes, dass er eine Frau ist, und seine Anforderung, dass Andere diese Unwahrheit anerkennen, steht nicht im Einklang mit der Demut und Selbstlosigkeit, die von einem Militärangehörigen verlangt werden".

Transgender sind Menschen, welche die ihnen aufgrund ihrer biologischen Geschlechtsmerkmale zugewiesene Rolle als Mann oder Frau nicht akzeptieren. In der US-Armee gibt es laut Schätzungen etwa 15.000 Trans-Soldaten. Sie machen damit nur einen winzigen Bruchteil der mehr als zwei Millionen Soldatinnen und Soldaten der US-Streitkräfte aus.

In einem weiteren Dekret ordnete Trump die Beendigung von Diversitätsprogrammen in der Armee an. Solche Programme sollen die gleichberechtigte Behandlung und Teilhabe der Angehörigen von Minderheiten wie auch von Frauen unterstützen. Trump erklärt in seiner Anordnung jedoch, solche Programme untergrüben die Führungsfähigkeit wie auch den Zusammenhalt von Militärverbänden und damit die "Tödlichkeit" und "Kampfbereitschaft" der Truppe.

Auch der neue US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ist ein entschiedener Gegner von Diversitäts- und Gleichstellungsmaßnahmen. Der unter anderem wegen Vorwürfen des Alkoholmissbrauchs, der sexuellen Gewalt gegen Frauen und seiner geringen Führungserfahrung hochumstrittene Ex-Fernsehmoderator war am Wochenende vom Senat mit hauchdünner Mehrheit als neuer Pentagonchef bestätigt worden.

Transgender-Fragen haben die USA in den vergangenen Jahren stark gespalten. So driften die Bundesstaaten - abhängig davon, ob sie von den Republikanern oder Demokraten regiert werden - etwa in ihrer Haltung zu geschlechtsangleichenden Operationen oder zu Büchern über das Transgender-Thema in Schulbibliotheken zunehmend auseinander. Mehrere republikanisch regierte Staaten haben Gesetze erlassen, welche die medizinische Behandlung von Transjugendlichen einschränken.

Zu Transgendern in der USA-Armee hat es in den vergangenen Jahren viel Hin und Her in den Regelungen gegeben. Der demokratische Präsident Barack Obama hob 2016 ein Verbot von Transgendern in den Streitkräften auf. Sie sollten sich demnach ab Juli 2017 in der Armee offen zu ihrer Transidentität bekennen können.

Der Republikaner Trump verschob jedoch nach seinem ersten Amtsantritt als Präsident im Januar 2021 zunächst dieses Datum und kehrte dann wieder zu dem Ausschluss von Transgendern aus der Armee zurück. Trumps demokratischer Nachfolger Joe Biden wiederum hob kurz nach seinem Amtsantritt im Januar 2021 das Transgender-Verbot in den Streitkräften wieder auf.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Raketen ab

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Raketen seien am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan gestartet und rund 250 Kilometer weit geflogen, erklärte der südkoreanische Generalstab. Südkorea und die USA hätten sich über die Raketenstarts ausgetauscht und auch Japan informiert.

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Paris rechnet erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent

Frankreich rechnet im laufenden Jahr erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent. Das ursprüngliche Ziel von fünf Prozent einzuhalten, sei "nicht mehr möglich", sagte Wirtschaftsminister Roland Lescure am Freitag in Paris. Im Vorjahr hatte das Defizit bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Zudem senkte Frankreich zum dritten Mal seit Jahresbeginn seine Wachstumsprognose weiter ab, von zuletzt 0,7 Prozent auf nun 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr werde ein Wachstum in Höhe von einem Prozent erwartet, erklärte Lescure.

Textgröße ändern: