Deutsche Tageszeitung - USA gegen Mexiko und Kanada: Handelskrieg ante portas?

USA gegen Mexiko und Kanada: Handelskrieg ante portas?


USA gegen Mexiko und Kanada: Handelskrieg ante portas?
USA gegen Mexiko und Kanada: Handelskrieg ante portas? / Foto: © AFP/Archiv

Zettelt US-Präsident Donald Trump am Wochenende den ersten großen Handelskonflikt seiner zweiten Amtszeit an? Am Donnerstag bekräftigte Trump sein Vorhaben, am Samstag 25 Prozent Zoll auf Produkte aus den Nachbarstaaten Mexiko und Kanada einzuführen. Die Folgen für alle drei Länder wären gravierend.

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Wegen eines Freihandelsabkommens der drei Staaten werden bislang kaum Aufschläge beim Warenaustausch fällig. Trump hatte den Vertrag in seiner ersten Amtszeit selbst unterzeichnet, nachdem er das vorherige Nafta-Abkommen aufgekündigt und neu verhandelt hatte.

Nun wirft der US-Präsident den Nachbarstaaten vor, nicht genug gegen die illegale Migration und den Schmuggel der oftmals tödlichen Droge Fentanyl in die USA zu unternehmen. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Drohung Trumps vor allem Verhandlungsmasse in den schon geplanten Neuverhandlungen des Handelsabkommen aufbauen soll.

US-Zölle werden von inländischen Unternehmen an die Regierung auf Einkäufe aus dem Ausland gezahlt. In der Regel werden die Aufschläge an ausländische Lieferanten sowie inländische Verbraucher weitergereicht. Auch die USA würden wirtschaftlich unter den Zöllen und zu erwartenden Gegenmaßnahmen der mexikanischen und der kanadischen Regierung leiden.

Wirtschaftsexperten gehen jedoch davon aus, dass der Schock für Mexiko und Kanada weitaus größer ausfallen würde. "Kanada und Mexiko würden 3,6 Prozent beziehungsweise zwei Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts verlieren, während die USA einen Verlust von 0,3 Prozent des realen Bruttoinlandsprodukts hinnehmen müssten", erklärt Wendong Zhang, Assistenzprofessor an der Cornell University. Pauschale US-Zölle und die entsprechende Reaktion Ottawas könnten Kanada in diesem Jahr in eine Rezession stürzen, sagt auch Tony Stillo von Oxford Economics.

Ob und in welchem Ausmaß Zölle eingeführt werden, bleibt noch abzuwarten. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum hatte sich in dieser Woche noch zuversichtlich gezeigt, dass der Handelskonflikt in laufenden Gesprächen mit den USA noch abgewendet werden kann. Analysten von JPMorgan betonten, dass die Lehre aus Trumps erster Amtszeit die Unvorhersehbarkeit sei.

Auch sind Ausnahmen bestimmter Produktgruppen denkbar. Trump sprach am Donnerstag von einer möglichen Ausnahme für Rohöl. Nach Angaben des Congressional Research Service liefern Mexiko und vor allem Kanada mehr als 70 Prozent der US-Rohölimporte. Schweröl aus Kanada werde den USA raffiniert und sei dort "nur schwer zu ersetzen", sagt Stillo von Oxford Economics.

(B.Izyumov--DTZ)

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