Deutsche Tageszeitung - Außenhandelsdefizit der USA 2024 auf fast 920 Milliarden Dollar gestiegen

Außenhandelsdefizit der USA 2024 auf fast 920 Milliarden Dollar gestiegen


Außenhandelsdefizit der USA 2024 auf fast 920 Milliarden Dollar gestiegen
Außenhandelsdefizit der USA 2024 auf fast 920 Milliarden Dollar gestiegen / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP

Das Außenhandelsdefizit der USA ist im vergangenen Jahr um mehr als 17 Prozent angestiegen. Der Wert der Importe überstieg den der Exporte um 918,4 Milliarden Dollar (882 Milliarden Euro), wie das Handelsministerium in Washington am Mittwoch mitteilte. Der Importüberschuss ist dem neuen US-Präsident Donald Trump ein Dorn im Auge, er begründet damit in Teilen seine harte Zollpolitik.

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Die Importe in die USA legten den Angaben nach im vergangenen Jahr um 6,6 Prozent zu. Starke Anstiege gab es demnach bei Konsumgütern, Computern und Halbleitern sowie Lebensmitteln. Die Exporte stiegen um 3,9 Prozent, getrieben ebenfalls von Produkten wie Computerzubehör und Halbleitern. Der Reiseverkehr war ein wichtiger Faktor für das Wachstum der Dienstleistungsexporte.

Bei weitem am größten war das Handelsdefizit im bilateralen Handel mit China. Der Importüberschuss stieg um acht Prozent und betrug mit fast 300 Milliarden Dollar mehr als der kombinierte Importüberschuss im Handel mit Kanada und Mexiko.

Einen noch stärkeren Anstieg verzeichnete der Importüberschuss mit der EU, der um fast 13 Prozent auf 235 Milliarden Dollar zulegte. Zwischen den einzelnen EU-Ländern gibt es allerdings große Unterschiede. Die größten Defizite haben die USA gegenüber Irland (86 Milliarden Dollar) und Deutschland (84 Milliarden Dollar). Mit den Niederlanden hingegen verzeichnete Washington einen Exportüberschuss von 55 Milliarden Dollar.

Trump hatte am Wochenende Zölle auf Importe aus Mexiko und Kanada angeordnet, den Freihandelspartnern der USA. Kurz bevor die Zölle in der Nacht zum Dienstag in Kraft treten sollten, vereinbarte er mit den Regierungen der beiden Nachbarländer jeweils einen Aufschub um 30 Tage.

Gleichzeitig angeordnete zusätzliche Zölle auf chinesische Importe traten dagegen wie geplant in Kraft. China reagierte mit Gegenmaßnahmen.

Vorrangig geht es in dem Streit mit den drei wichtigsten Handelspartnern der USA um den Drogenschmuggel in die USA und die illegale Migration, die Trump unterbunden sehen will. Er kritisiert regelmäßig jedoch auch die hohen Importüberschüsse.

Den nun veröffentlichen neuen Daten des Handelsministeriums zufolge wuchs das Handelsdefizit der USA zum Jahresende hin noch schneller als im Gesamtjahr. Im Dezember legte der Importüberschuss demnach um 25 Prozent auf 98,4 Milliarden Dollar zu. Ein Grund dafür dürfte sein, dass Importeure in Erwartung einer verschärften Handelspolitik unter Trump ihre Lager füllten.

(V.Sørensen--DTZ)

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