Deutsche Tageszeitung - EVG und Bahn nähern sich bei Tarifverhandlungen an

EVG und Bahn nähern sich bei Tarifverhandlungen an


EVG und Bahn nähern sich bei Tarifverhandlungen an
EVG und Bahn nähern sich bei Tarifverhandlungen an / Foto: © AFP

Positive Signale: In den Verhandlungen um einen neuen Tarifvertrag haben sich die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und die Deutsche Bahn (DB) in der zweiten Tarifrunde angenähert. Bei den zweitägigen Gesprächen habe das Unternehmen ein erweitertes Angebot vorgelegt, teilte die DB in der Nacht zum Donnerstag mit. Dadurch seien Grundlagen geschaffen und "erste Teileinigungen erzielt" worden. Auf Verbesserungen pocht die EVG weiterhin beim Gehalt und der Laufzeit.

Textgröße ändern:

Insgesamt sah aber auch die Gewerkschaft nach den Gesprächen am Dienstag und Mittwoch und dem neuen Angebot der DB eine positive Entwicklung. "Damit kommen wir unserem Ziel, einen neuen Tarifvertrag noch vor der Bundestagswahl abzuschließen, einen deutlichen Schritt näher", erklärte die Ko-Verhandlungsführerin auf Gewerkschaftsseite, Cosima Ingenschay.

Die Bahn bietet in ihrem zweiten Angebot eigenen Angaben zufolge für Schichtarbeitende ein zweites tarifliches Zusatzgeld in Höhe von 1,3 Prozent, das bedeute insgesamt 7,9 Prozent mehr Geld für rund 100.000 Mitarbeiter, erklärte der Konzern. Außerdem sollen die Ergebnisse aus der Tarifrunde grundsätzlich auch für die Mitarbeitenden von DB Cargo gelten.

Unverändert zum ersten DB-Angebot seien dagegen die Laufzeit von 37 Monaten und die Lohnerhöhung in zwei Schritten in Höhe von 4,0 Prozent für alle. Das ist laut EVG weiterhin "zu wenig". "In der nächsten Verhandlungsrunde wird es vornehmlich ums Geld gehen, da liegen noch weitere harte Verhandlungen vor uns", erklärte Ingenschay. Fortschritte gab es indes beim von der EVG geforderten Bonus für Mitglieder und der Verlängerung der Beschäftigungssicherung.

Im Einzelnen sieht das Angebot der Bahn vor, dass der Lohn in zwei Schritten steigt: Zwei Prozent mehr soll es zum 1. Oktober 2025 geben, weitere zwei Prozent zum 1. Oktober 2026. Die Zulage von 2,6 Prozent sollen die Schichtarbeitenden ab 2027 erhalten. Zudem bietet die Bahn an, über eine teilweise Umwandlung der Zulage in freie Tage ab 2028 zu verhandeln.

"Wir haben zentrale Forderungen der EVG aufgegriffen", erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler zu den Ergebnissen der zweiten Verhandlungsrunde. Mit dem verbesserten Angebot unterstreiche das Unternehmen, "dass wir die Leistung der Kolleginnen und Kollegen im Schichtdienst besonders würdigen".

Die Gewerkschaft fordert 7,6 Prozent mehr Lohn für rund 192.000 Beschäftigte. Die beiden Tarifparteien hatten die Verhandlungen wegen der anstehenden Neuwahl zum Bundestag im Februar vorgezogen. Die abschließende dritte Runde soll ab 12. Februar stattfinden.

(U.Kabuchyn--DTZ)

Empfohlen

US-Notenbank Fed will weniger oft über Leitzins entscheiden

Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) will die Zahl ihrer Leitzinsentscheidungen reduzieren. Fed-Chef Kevin Warsh kündigte am Mittwoch in Washington an, im kommenden Jahr werde es nur noch sieben Abstimmungen über den Zinssatz geben statt bisher acht. Im Jahr 2028 solle die Zahl dann weiter auf sechs sinken.

US-Zentralbank Fed lässt Leitzins unverändert

Die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins unverändert gelassen. Zwei der zwölf zuständigen Fed-Mitglieder stimmten aber wegen der massiv gestiegenen Verbraucherpreise für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt, wie die Notenbank am Mittwoch in Washington mitteilte. Im September hatte die Fed den Leitzins erstmals seit gut drei Jahren erhöht, er liegt seitdem in einer Spanne zwischen 3,75 und 4,0 Prozent.

Prien verzichtet auf geplante Kürzung beim Elterngeld

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) verzichtet nach scharfer Kritik auf die geplanten Kürzungen beim Elterngeld. Die maximale Bezugsdauer der Leistung soll weiterhin bei 14 Monaten liegen - die ursprünglich wegen Haushaltszwängen geplante Kürzung auf zwölf Monate ist vom Tisch: Dies verlautete am Mittwoch aus Priens Ministerium. Neu aufgeteilt wird aber der Bezug für die einzelnen Partner.

Familienministerium will maximalen Elterngeldbezug doch bei 14 Monaten belassen

Das Familienministerium will die maximale Bezugsdauer des Elterngelds doch nicht auf zwölf Monate verkürzen. Es bleibe dabei, dass Eltern gemeinsam bis zu 14 Monate Basiselterngeld beziehen könnten, hieß es am Mittwoch aus dem Ressort von Familienministerin Karin Prien (CDU). Demnach gab das Ministerium einen neuen Referentenentwurf in die Ressortabstimmung. Neu aufgeteilt wird aber der Bezug für die einzelnen Partner.

Textgröße ändern: