Deutsche Tageszeitung - Verbraucherschutz: EU-Kommission erhöht Druck auf Online-Händler Shein

Verbraucherschutz: EU-Kommission erhöht Druck auf Online-Händler Shein


Verbraucherschutz: EU-Kommission erhöht Druck auf Online-Händler Shein
Verbraucherschutz: EU-Kommission erhöht Druck auf Online-Händler Shein / Foto: © AFP/Archiv

Die Europäische Kommission erhöht weiter den Druck auf den Online-Händler Shein wegen sich häufender Beschwerden von Verbraucherschützern. Die Behörde fragte nach eigenen Angaben vom Donnerstag zusätzliche Informationen zu angebotenen "illegalen" Waren und zum Datenschutz bei dem in China gegründeten Unternehmen an. In der Folge könnte die Kommission ein Verfahren wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die EU-Vorgaben für Online-Marktplätze einleiten.

Textgröße ändern:

Shein verkauft vor allem sogenannte Fast Fashion, also billige Kleidung, über das Internet. Der Konzern war 2012 in China gegründet worden und sitzt inzwischen in Singapur. Laut Verbraucherschützern häufen sich Kundenbeschwerden wegen mangelnder Qualität der Artikel oder irreführender Rücksendeangaben. Die europäischen Verbraucherschutzbehörden hatten deshalb bereits am Mittwoch ein verschärftes Vorgehen gegen den Online-Händler angekündigt.

Bei den Forderungen der EU-Kommission geht es nun darum, ob Shein solche mangelhaften Produkte konsequent genug von seiner Plattform nimmt. Das Unternehmen soll zudem Informationen zu seinen Empfehlungssystemen liefern. Brüssel will damit sicherstellen, dass sich Shein neben den Vorgaben zu Produktsicherheit und Verbraucherschutz auch an die Regeln für große Online-Plattformen hält. Bei Verstößen drohen dem Unternehmen hohe Bußgelder.

Die Kommission verweist im Zusammenhang mit Billig-Händlern wie Shein oder Temu auf Tests von Verbraucherorganisationen, nach denen mehr als 90 Prozent der dort verkauften und getesteten Produkte nicht EU-rechtskonform sind. Die Zollbehörden sollen Lieferungen in die EU deshalb schärfer kontrollieren. Die EU-Kommission brachte zudem eine Gebühr auf Päckchen von Onlinehändlern ins Spiel, welche die steigenden Kosten für die Kontrollen decken soll.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

IWF-Chefin lobt bei Besuch in Argentinien Mileis Reformkurs

IWF-Chefin Kristalina Georgieva hat die wirtschaftliche Entwicklung Argentiniens unter Präsident Javier Milei gelobt. Seit dessen Amtsantritt im Jahr 2023 sei die Lage "nach allen Kennzahlen deutlich solider", sagte die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds am Montag bei einem Besuch in Buenos Aires.

Porsche baut 5000 Stellen ab - Audi senkt Umsatzprognose für 2026

Die Krise bei Volkswagen macht auch vor den Premiumtöchtern nicht Halt: Der Sportwagenhersteller Porsche kündigte am Montag 5000 Stellenstreichungen an, Audi senkte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr. Die VW-Töchter leiden wie auch die Kernmarke des Konzerns unter einem wegbrechenden China-Geschäft und hohen Belastungen wegen der Zölle von US-Präsident Donald Trump.

Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Stellen ab

Der Sportwagenhersteller Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Arbeitsplätze ab. Der Stellenabbau werde "sozialverträglich" und mittels natürlicher Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge umgesetzt, erklärte der Autobauer am Montag. Zugleich sicherte Porsche den Erhalt seiner Standorte zu und schloss betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus.

China-Geschäft bricht weiter ein - Audi senkt Umsatzprognose

Vor dem Hintergrund weiter einbrechender Verkäufe in China hat der Autobauer Audi seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Gerechnet wird nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro - fünf Milliarden weniger als im Frühling erwartet, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Montag mitteilte. Finanzchef Jürgen Rittersberger stellte weitere Sparmaßnahmen in Aussicht.

Textgröße ändern: