Deutsche Tageszeitung - Industrieproduktion fällt im Dezember auf niedrigsten Stand seit Corona-Pandemie

Industrieproduktion fällt im Dezember auf niedrigsten Stand seit Corona-Pandemie


Industrieproduktion fällt im Dezember auf niedrigsten Stand seit Corona-Pandemie
Industrieproduktion fällt im Dezember auf niedrigsten Stand seit Corona-Pandemie / Foto: © POOL/AFP

Die Industrieproduktion in Deutschland ist im Dezember erneut gesunken und auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Corona-Pandemie gefallen. Preisbereinigt ging die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Vergleich zu November um 2,4 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Über das gesamte Jahr 2024 sank sie demnach um 4,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

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"Die negative Entwicklung der Produktion im Dezember 2024 ist insbesondere auf den Rückgang in der Automobilindustrie (minus 10,0 Prozent) zurückzuführen", erklärten die Statistiker. Auch die Produktion in der Maschinenwartung und -montage sank stark (minus 10,5 Prozent). Die Metallindustrie produzierte im Dezember 4,6 Prozent weniger als im November, die Chemieindustrie 3,2 Prozent und der Maschinenbau 1,7 Prozent weniger. Die Phamaindustrie legte hingegen um 11,6 Prozent zu.

Im November hatte das Statistikamt einen Anstieg der Produktion verzeichnet. Den Wert korrigierte es nun leicht nach unten auf 1,3 Prozent. Im weniger volatilen und damit aussagekräftigeren Dreimonatsvergleich ergibt sich für das vierte Quartal ein Produktionsrückgang um 0,9 Prozent.

Über das gesamte Jahr 2024 gesehen habe sich der bereits im Jahr 2023 beobachtete Abwärtstrend fortgesetzt, erklärte das Statistikamt weiter. Die reine Industrieproduktion ohne Energieerzeugung und Baugewerbe sank demnach um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Energieerzeugung und Baugewerbe verzeichneten jeweils einen Rückgang um 3,2 Prozent.

"Zum Jahresende ist noch keine konjunkturelle Erholung in der Industrie erkennbar", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium. "Die Auftragseingänge legten zuletzt zwar spürbar zu, sind aber nach wie vor von starken monatlichen Schwankungen bei den Großaufträgen geprägt." Nils Jannsen vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel resümierte: "2024 war ein Jahr zum Vergessen für die deutsche Industrie."

"Die deutsche Industrie hat die Talsohle noch nicht durchschritten", erklärte auch Sebastian Dullien, vom Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. "Besonders besorgniserregend ist, dass zwei der zentralen Branchen des Verarbeitenden Gewerbes, der Maschinenbau und die Automobilindustrie, erneut Schwäche zeigten - sowohl für den Monat Dezember als auch im Gesamtjahr 2024."

Durch die Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump "droht der deutschen Industrie ein weiterer Rückschlag", fügte Dullien hinzu. "Simulationen des IMK zeigen, dass das deutsche BIP bei einem Handelskrieg um gut ein Prozent niedriger ausfallen könnte." Der ING-Analyst Carsten Brzeski sieht die Gefahr weniger in den Auswirkungen auf die deutschen Exporte, als in der Gefahr, dass "Unternehmen ihre Produktion in die USA verlagern".

(W.Uljanov--DTZ)

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