Deutsche Tageszeitung - Deutsche Exporte 2024 erneut gesunken - Angst vor möglichem US-Handelskrieg

Deutsche Exporte 2024 erneut gesunken - Angst vor möglichem US-Handelskrieg


Deutsche Exporte 2024 erneut gesunken - Angst vor möglichem US-Handelskrieg
Deutsche Exporte 2024 erneut gesunken - Angst vor möglichem US-Handelskrieg / Foto: © AFP/Archiv

Deutschlands Exporte sind im zweiten Jahr in Folge gefallen - und der Ausblick ist vor allem wegen der Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump düster. 2024 sank der Wert der Ausfuhren um 1,0 Prozent auf rund 1,56 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die meisten Exporte gingen in die USA; der von Trump stets als Grund für Zölle genannte Exportüberschuss stieg auf ein Rekordhoch.

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Die Ausfuhren - lange Jahre ein Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft - waren schon 2023 um 1,2 Prozent zurückgegangen. Nun schrumpften sie erneut, trotz eines überraschend hohen Anstiegs im Dezember um 2,9 Prozent im Vormonatsvergleich.

"Die positiveren Zahlen zum Jahresende können die insgesamt negative deutsche Exportbilanz nur etwas aufpolieren", erklärte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier. Das zweite Jahr mit sinkenden Ausfuhren sei "ein deutliches Zeichen für die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie". Auch der Außenhandelsverband BGA erklärte, der Rückgang der Exporte spiegele die "dramatische Wettbewerbssschwäche der deutschen Wirtschaft wider".

Wichtigster Handelspartner 2024 waren die USA, die damit erstmals seit 2016 wieder China ablösten. Sie waren auch der wichtigste Abnehmer von Waren Made in Germany: Die Exporte dorthin erreichten 2024 einen Wert von 163,4 Milliarden Euro. "Die Konjunktur in den USA war robust und die Importe stiegen dort insgesamt kräftig", erklärte Außenhandelsexperte Klaus-Jürgen Gern vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) gegenüber AFP. In den letzten Monaten des Jahres 2024 sei der Export zudem durch die Abwertung des Euro gegenüber dem Dollar begünstigt worden.

Die Importe aus den USA hatten einen Wert von 92 Milliarden Euro. Der Handelsüberschuss betrug damit 71,40 Milliarden Euro - ein neuer Rekordwert. Trump wirft der EU und damit auch der größten Volkswirtschaft in Europa vor, nicht ausreichend Produkte aus den USA zu importieren und droht daher mit Zöllen.

Aus den USA kämen "besorgniserregende handelspolitische Signale", erklärte Treier. Auch IfW-Experte Gern nannte die Prognose für die weitere Entwicklung der Exporte in die USA "besonders unsicher". Problematisch wäre es seiner Ansicht nach vor allem, wenn Zölle nur auf einige Produkte aus Europa erhoben würden, die für den deutschen Export eine besonders große Rolle spielen wie Autos, Pharma und Medizintechnik.

Die Exporte in andere EU-Staaten erreichten im gesamten vergangenen Jahr laut Statistik einen Wert von knapp 848 Milliarden Euro, das war ein Minus von 1,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Ausfuhren in Drittländer außerhalb der EU summierten sich auf rund 712 Milliarden Euro, das waren 0,5 Prozent weniger als 2023.

Die Importe aus aller Welt nach Deutschland sanken im vergangenen Jahr ebenfalls, und zwar laut Statistik um 2,8 Prozent auf einen Wert von knapp 1,32 Billionen Euro. Die Differenz zu den Exporten - die Außenhandelsbilanz - betrug damit 241,2 Milliarden Euro.

Die meisten Importe kamen auch 2024 aus China. Ihr Wert betrug 157,2 Milliarden Euro. Der Wert der Exporte dorthin betrug 90,6 Milliarden Euro. In China "schwächelte die Binnennachfrage", erläuterte IfW-Experte Gern; zuvor importierte Güter würden zudem zunehmend im Land selbst hergestellt. Zum Teil werde auch durch deutsche Unternehmen vermehrt in China produziert - ein Beispiel sei BASF. Dieser Prozess werde auch im laufenden Jahr anhalten und die Exporte dorthin bremsen, erwartet Gern.

(G.Khurtin--DTZ)

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