Deutsche Tageszeitung - Gaspreis steigt wegen niedriger Speicherstände und kalter Temperaturen spürbar

Gaspreis steigt wegen niedriger Speicherstände und kalter Temperaturen spürbar


Gaspreis steigt wegen niedriger Speicherstände und kalter Temperaturen spürbar
Gaspreis steigt wegen niedriger Speicherstände und kalter Temperaturen spürbar / Foto: © AFP

Das Gaspreis an den europäischen Märkten ist wegen niedriger Speicherstände und in Erwartung kälterer Temperaturen in den kommenden Tagen merklich gestiegen. Der als Referenzwert betrachtete niederländische TTF-Gaskontrakt kletterte am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Oktober 2023 und notierte am Freitag bei 55,10 Euro pro Megawattstunde. Der durchschnittliche Füllstand der Gasspeicher in der EU sank zugleich auf unter 51 Prozent - im vergangenen Jahr lag er zum gleichen Zeitpunkt bei 68 Prozent.

Textgröße ändern:

Die Gasvorräte hatten im letzten Quartal 2024 begonnen zu sinken. Grund sind neben allgemein niedrigeren Temperaturen auch das eher windstille Wetter und die daher niedrige Produktion von Windenergie. Zudem hatte die Ukraine zum Jahresanfang den Transitvertrag für russisches Erdgas auslaufen lassen, das bislang über Pipelines in der Ukraine nach Europa geliefert worden war. Besonders Österreich, die Slowakei und Ungarn bezogen bis dahin noch viel russisches Gas.

Der aktuelle Füllstand der Gasspeicher stellt zwar keine unmittelbare Gefahr für die Versorgung dar, aber um die Vorräte für den nächsten Winter zu füllen, müssen die EU-Länder nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) deutlich mehr Gas kaufen als in den Sommern 2023 und 2024. Und das treibt schon jetzt die Preise.

Derzeit versuche Europa "verzweifelt, genügend Ladungen verflüssigtes Erdgas (LNG) zu beziehen", sagten die Energieanalysten Helge André Martinsen und Tobias Ingebrigtsen von der schwedischen Bank DNB. Hinzu kämen aktuell "die Vorhersagen kälterer Temperaturen in Europa für die nächste Woche", erklärte Mark Bowman von ADM Investors.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Seoul: Nordkorea feuert ballistische Raketen ab

Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben mehrere ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung des Japanischen Meeres abgefeuert. Die Raketen seien am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in der Region der nordkoreanischen Stadt Wonsan gestartet und rund 250 Kilometer weit geflogen, erklärte der südkoreanische Generalstab. Südkorea und die USA hätten sich über die Raketenstarts ausgetauscht und auch Japan informiert.

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Paris rechnet erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent

Frankreich rechnet im laufenden Jahr erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent. Das ursprüngliche Ziel von fünf Prozent einzuhalten, sei "nicht mehr möglich", sagte Wirtschaftsminister Roland Lescure am Freitag in Paris. Im Vorjahr hatte das Defizit bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Zudem senkte Frankreich zum dritten Mal seit Jahresbeginn seine Wachstumsprognose weiter ab, von zuletzt 0,7 Prozent auf nun 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr werde ein Wachstum in Höhe von einem Prozent erwartet, erklärte Lescure.

Textgröße ändern: