Deutsche Tageszeitung - Amazon steigert Gewinn - doch Skepsis wegen riesiger KI-Investitionspläne nimmt zu

Amazon steigert Gewinn - doch Skepsis wegen riesiger KI-Investitionspläne nimmt zu


Amazon steigert Gewinn - doch Skepsis wegen riesiger KI-Investitionspläne nimmt zu
Amazon steigert Gewinn - doch Skepsis wegen riesiger KI-Investitionspläne nimmt zu / Foto: © AFP/Archiv

Beim US-Konzern Amazon läuft es wie auch bei den anderen großen Tech-Konzernen insgesamt gut: Das Unternehmen meldete am Donnerstag eine Verdopplung seines Gewinns im Quartal von Oktober bis Dezember auf 20 Milliarden Dollar. Zudem kündigte Amazon weitere Milliardeninvestitionen in KI-Infrastruktur an. Enorme Summen für Rechenzentren und Halbleiter, wie sie auch Google und Meta einplanen, verunsichern allerdings zunehmend die Anleger, die sich fragen, ob die Investitionen sich tatsächlich lohnen.

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Im Online-Handel verzeichnete Amazon ein starkes Geschäft über die Feiertage - der Umsatz in seinem dritten Geschäftsquartal betrug 187,8 Milliarden Dollar (knapp 181 Milliarden Euro). Beobachter erwarten, dass Amazon damit erstmals die US-Großmarktkette Walmart übertrifft, die ihre Geschäftszahlen in zwei Wochen vorstellt. Für das laufende Quartal erwartet Amazon allerdings einen Rückgang auf 151 bis 155,5 Milliarden Dollar wegen "außergewöhnlich" ungünstiger Wechselkurse.

Amazons Cloud-Bereich AWS legte beim Umsatz um 19 Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar zu, der Betriebsgewinn lag bei 10,6 Milliarden Dollar - das ist fast die Hälfte des Netto-Konzerngewinns. Doch der Markt hatte hier noch mehr erwartet. "Das Wachstum von AWS hat sich nicht wie erwartet beschleunigt, sondern ist eher auf dem Niveau des dritten Quartals geblieben", erklärte die Analystin Sky Canaves von Emarketer.

Für das laufende Jahr kündigte der Konzern aus Seattle zusätzliche Investitionen in Höhe von 100 Milliarden Dollar vor allem in neue Rechenzentren an. Diese werden für das traditionelle Cloud-Geschäft, aber vor allem für neue KI-Anwendungen benötigt. "Wir müssen über die notwendigen Datenzentren, Computeranlagen, Chips und das Netzwerk verfügen, bevor wir damit Geld verdienen können", sagte Konzernchef Andy Jassy.

Mit der Veröffentlichung der chinesischen KI-App Deepseek sind jedoch zunehmend Zweifel an diesen riesigen Investitionen aufgekommen. Deepseek hat es nach eigenen Angaben geschafft, mit nur einem Bruchteil der Investitionssumme eine vergleichbar starke KI zu programmieren wie die US-Konzerne. Die Amazon-Aktie sackte trotz der guten Geschäftsentwicklung um zeitweise vier Prozent ab.

(M.Dylatov--DTZ)

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