Deutsche Tageszeitung - Deutsche Regas kündigt Chartervertrag mit Bund für LNG-Schiff vor Rügen

Deutsche Regas kündigt Chartervertrag mit Bund für LNG-Schiff vor Rügen


Deutsche Regas kündigt Chartervertrag mit Bund für LNG-Schiff vor Rügen
Deutsche Regas kündigt Chartervertrag mit Bund für LNG-Schiff vor Rügen / Foto: © AFP/Archiv

Das Unternehmen Deutsche Regas, das vor der Ostseeinsel Rügen ein Importterminal für Flüssig-Erdgas (LNG) betreibt, hat den Chartervertrag mit dem Bundeswirtschaftsministerium für eines der beiden dafür verwendeten Schiffe gekündigt. "Die Deutsche Regas bedauert, zu diesem Schritt gezwungen zu sein", erklärte Regas-Geschäftsführer Ingo Wagner am Montag. Er verwies zur Begründung auf eine "ruinöse" Preispolitik des staatlichen Unternehmens Deutsche Energy Terminal (DET), welches die anderen LNG-Terminals an Deutschlands Küsten betreibt.

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Die Deutsche Regas betreibt vor Rügen zwei Terminalschiffe, die "Neptun" und die "Energos Power". Letzteres charterte das Unternehmen vom Bund. Dem wirft die Deutsche Regas nun Wettbewerbsverzerrung vor: Das staatliche Unternehmen DET biete Importkapazitäten zu nicht wettbwerbsfähigen Preisen an. "Dadurch kam und kommt es zu einer erheblichen Marktverzerrung in Deutschland."

Die Anlage der Regas ist das einzige privatwirtschaftlich betriebene LNG-Terminal in Deutschland. Über die weitere Verwendung der "Energos Power" stehe das Unternehmen "weiterhin in engem Austausch" mit der Bundesregierung, erklärte Wagner. Die "Neptun" soll wie gehabt weiter betrieben werden, LNG regasifizieren und ins Netz einspeisen.

Die Anlage vor Rügen hatte im September den Regelbetrieb aufgenommen. Das Terminal ist stark umstritten. Die Gemeinde Binz warnte bereits mehrfach vor "horrenden Schäden" für Tourismus, Natur und Klima. Sie argumentiert, für eine Sicherung der Energieversorgung in Deutschland im Winter sei das Terminal nicht mehr notwendig.

Das Bundeswirtschaftsministerium dagegen betont die Bedeutung des Terminals für die Gasversorgung insbesondere in Ostdeutschland und im mitteleuropäischen Ausland. "Im Falles eines Versorgungsengpasses kann aus Sicht der Regas zu jedem Zeitpunkt eine sofortige Lösung gefunden werden", erklärte Regas-Chef Wagner am Montag.

(W.Budayev--DTZ)

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