Deutsche Tageszeitung - Wegen Sprachregelung zu Golf von Mexiko: Weißes Haus verwehrt AP-Reporter Zugang

Wegen Sprachregelung zu Golf von Mexiko: Weißes Haus verwehrt AP-Reporter Zugang


Wegen Sprachregelung zu Golf von Mexiko: Weißes Haus verwehrt AP-Reporter Zugang
Wegen Sprachregelung zu Golf von Mexiko: Weißes Haus verwehrt AP-Reporter Zugang / Foto: © AFP

Im Zusammenhang mit der Umbenennung des Golfs von Mexiko in "Golf von Amerika" durch US-Präsident Donald Trump ist einem Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) der Zugang zur Berichterstattung aus dem Weißen Haus verwehrt worden. Die Agentur sei von den Mitarbeitern des Weißen Hauses darüber informiert worden, dass ihr der Zugang zu einer dortigen Veranstaltung verweigert werde, sollte sie ihre "redaktionellen Standards nicht an die von Präsident Donald Trump erlassene Verordnung zur Umbenennung des Golfs von Mexiko in Golf von Amerika anpassen", teilte AP-Chefredakteurin Julie Pace am Dienstag (Ortszeit) mit.

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Ihr Reporter sei dann am Nachmittag "daran gehindert" worden, an der Unterzeichnung eines Erlasses von Trump im Oval Office teilzunehmen, erklärte Pace weiter.

Den Agentur-Zugang zum Weißen Haus aufgrund des Inhalts der AP-Sprachregelung einzuschränken, behindere "nicht nur den Zugang der Öffentlichkeit zu unabhängigen Nachrichten, sondern verstößt auch eindeutig gegen den ersten Verfassungszusatz", kritisierte Pace. Sie bezeichnete es als "alarmierend", dass die Trump-Regierung AP für "ihren unabhängigen Journalismus" bestrafe.

AP ist die größte Nachrichtenagentur in den USA. Ihr sprachliches Regelwerk gehört seit Jahren zur Standardlektüre für Nachrichtenredaktionen und Firmenbüros.

In einem stilistischen Hinweis hatte AP im vergangenen Monat erklärt, dass Trumps Erlass "nur innerhalb der Vereinigten Staaten Berechtigung besitzt". Als globale Nachrichtenagentur, die Nachrichten auf der ganzen Welt verbreite, müsse AP "sicherstellen, dass Ortsnamen und Geografie für alle Zielgruppen leicht erkennbar sind", hieß es weiter.

Trump hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt ein Dekret unterzeichnet, das unter anderem die Umbenennungen des Golfs von Mexiko in Golf von Amerika und des Berges Denali in Mount McKinley vorsah. Mit der Namensänderung des Denali machte Trump die Entscheidung des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama aus dem Jahr 2015 rückgängig, dem höchsten Berg Nordamerikas den Namen zu geben, den die Ureinwohner Alaskas seit Jahrhunderten für ihn verwenden.

Trump nannte den Golf einen "unauslöschlichen Teil Amerikas", insbesondere wegen seiner Bedeutung als beliebtes Touristenziel.

Aus Mexiko hatte Trump für seine Entscheidung Sarkasmus geerntet. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum schlug vor, man könne die USA in "mexikanisches Amerika" umbenennen und verwies dabei auf eine Karte aus der Zeit vor der Beschlagnahme eines Drittels Mexikos durch die USA im Jahr 1848.

(G.Khurtin--DTZ)

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