Deutsche Tageszeitung - IW: Menschen in Deutschland überschätzen Inflation deutlich

IW: Menschen in Deutschland überschätzen Inflation deutlich


IW: Menschen in Deutschland überschätzen Inflation deutlich
IW: Menschen in Deutschland überschätzen Inflation deutlich / Foto: © AFP/Archiv

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland nehmen Preissteigerungen einer Studie zufolge deutlich höher wahr als sie tatsächlich sind. In einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) schätzten die Befragten die Inflationsrate des vergangenen Jahres im Schnitt auf 15,3 Prozent. Tatsächlich lag sie bei 2,2 Prozent.

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Mehr als die Hälfte aller Befragten gab laut IW an, dass die Preise vergangenes Jahr "stark gestiegen" seien. Besonders deutlich klaffen Realität und Wahrnehmung im Bereich der Lebensmittel auseinander. Zwei Drittel sagten, dafür seien die Preise "stark gestiegen", obwohl die Teuerung bei Lebensmitteln 1,9 Prozent betrug.

Im langfristigen Vergleich zum Jahr 2020 allerdings ist die Preissteigerung bei Lebensmitteln mit 32,8 Prozent tatsächlich hoch. Denkbar laut IW, dass Verbraucherinnen und Verbraucher diesen langfristigen Trend im Kopf haben.

AfD- und BSW-Wählende überschätzen den Angaben zufolge die Inflation mit 18,7 und 18,1 Prozent "überdurchschnittlich". Mehr als zwei Drittel der Anhängerinnen und Anhänger dieser Parteien seien der Ansicht, "dass die Preise, die sie zahlen, stärker gestiegen sind als die amtliche Inflationsrate". Das Ergebnis lege nahe, dass Anhänger der "Randparteien" den offiziellen Statistiken misstrauen. "Das Thema Inflation kann gerade an den Rändern mobilisieren", erklärte Studienautor Matthias Diermeier.

(W.Uljanov--DTZ)

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