Deutsche Tageszeitung - Türkische Gemeinde: AfD wirbt gezielt um Migranten - und findet Anklang

Türkische Gemeinde: AfD wirbt gezielt um Migranten - und findet Anklang


Türkische Gemeinde: AfD wirbt gezielt um Migranten - und findet Anklang
Türkische Gemeinde: AfD wirbt gezielt um Migranten - und findet Anklang / Foto: © AFP/Archiv

Die Ko-Vorsitzende der Türkischen Gemeinde Deutschland (TGD), Aslihan Yesilkaya-Yurtbay, hat die demokratischen Parteien aufgefordert, in Konkurrenz zur AfD gezielter um Wähler türkischer Herkunft zu werben. "Leider gibt es auch unter türkeistämmigen Menschen welche, die mit der AfD sympathisieren", sagte Yesilkaya-Yurtbay am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin.

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Die AfD sei "die einzige Partei, die gezielt Wahlkampf auf Türkisch macht und insbesondere junge Menschen auf Tiktok anspricht", sagte sie weiter. "Da müssen alle demokratischen Parteien noch kräftig aufholen."

Laut Statistischem Bundesamt gibt es rund sieben Millionen Wahlberechtigte mit Migrationshintergrund in Deutschland. Schätzungsweise 2,5 bis drei Millionen von ihnen haben Wurzeln in der Türkei. Eine im Januar veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM) hatte ergeben, dass sich 19,7 Prozent der Menschen mit Wurzeln in der Türkei, im Nahen Osten und in Afrika eine Stimmabgabe für die AfD vorstellen könnten.

Die AfD greife "Ängste und Enttäuschungen auf und macht damit Politik - auch Ängste und Enttäuschungen von türkeistämmigen Menschen", sagte Yesilkaya-Yurtbay zu AFP. "Gleichzeitig beweist die AfD mit Deportationsplänen, starken Beziehungen in rechtsextreme Kreise und einer Politik, die gesellschaftliche und soziale Schieflagen weiter verschärfen würde, dass sie die Interessen von Menschen mit Migrationsgeschichte nicht vertritt, ganz im Gegenteil."

Yesilkaya-Yurtbay verwies auf Studien zu Themen, die migrantischen Wählerinnen und Wählern besonders auf der Seele liegen. Menschen mit Migrationsgeschichte hätten "deutlich größere wirtschaftliche Sorgen als Menschen ohne Migrationsgeschichte", sagte sie. "Man kann sie politisch also besonders gut mit wirtschaftlicher und sozialer Sicherheit abholen: Rente, Wohnen, und so weiter."

In einer am Donnerstag gestarteten bundesweiten Kampagne will die TGD gezielt migrantische Wählerinnen und Wähler für die Stimmabgabe motivieren. Eine Wahlempfehlung gebe sie nicht ab, sagte Yesilkaya-Yurtbay. Die TGD stelle sich aber "gegen jede Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" und weise darauf hin, dass es Parteien gibt, welche die Möglichkeit zur doppelten Staatsangehörigkeit wieder abschaffen wollen.

(I.Beryonev--DTZ)

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