Deutsche Tageszeitung - Tarifeinigung ohne Streiks: Bahn-Mitarbeiter bekommen 6,5 Prozent mehr Lohn

Tarifeinigung ohne Streiks: Bahn-Mitarbeiter bekommen 6,5 Prozent mehr Lohn


Tarifeinigung ohne Streiks: Bahn-Mitarbeiter bekommen 6,5 Prozent mehr Lohn
Tarifeinigung ohne Streiks: Bahn-Mitarbeiter bekommen 6,5 Prozent mehr Lohn / Foto: © AFP

Streiks bei der Deutschen Bahn sind vorerst abgewendet. Die DB und die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) einigten sich am Sonntag auf einen neuen Tarifvertrag. Die Beschäftigten bekommen demnach schrittweise mehr Lohn, bis Ende 2027 summiert sich das Plus auf 6,5 Prozent. Hinzu kommt ein Zusatzgeld für Schichtarbeiter in Höhe von 2,6 Prozent.

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Damit reichen die Gehaltssteigerungen vom Volumen her annähernd an die Forderungen der EVG heran, die eingangs 7,6 Prozent sowie 2,6 Prozent für Schichtarbeiter gefordert hatte. Allerdings akzeptierten die Gewerkschafter eine sehr lange Laufzeit von 33 Monaten statt der geforderten zwölf.

Im Jahr 2025 gibt es demnach zunächst nur zwei Prozent mehr Lohn, weitere 2,5 Prozent folgen Mitte 2026. Die Schichtzulage wird ab Ende 2026 gezahlt und die letzte Erhöhung kommt erst Ende 2027. Ein wichtiger Punkt für die Gewerkschaft: Bis dahin gilt eine Beschäftigungsgarantie, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Für die angeschlagene Güterverkehrssparte der Bahn, DB Cargo, gilt die Einigung unter Vorbehalt. Grundsätzlich deckt die Tarifeinigung auch die Cargo-Beschäftigten ab. Schlägt die vorgesehene Sanierung des Tochterunternehmens jedoch fehl, kann es Einschränkungen geben.

Die Einigung wurde noch vor dem Ende der Friedenspflicht erzielt und es gab daher keine Streiks. DB und EVG hatten sich auf einen frühen Verhandlungsbeginn verständigt, weil sie nach der Bundestagswahl einen Politikwechsel und negative Veränderungen fürchten. Sie verwiesen auf Pläne der Union, Gelder für die Bahn zu streichen und den Konzern aufzuspalten.

Schließlich gab es drei Verhandlungsrunden innerhalb von drei Wochen. Von Mittwoch an hatten die Verhandler zuletzt fünf Tage in Folge zusammengesessen. Die EVG verhandelte nach eigenen Angaben für rund 192.000 Beschäftigte.

DB-Personalvorstand Martin Seiler nannte die Einigung am Sonntag eine "gute Nachricht" für das Unternehmen, die Beschäftigten und die Kunden. Dabei seien die Rahmenbedingungen nicht einfach gewesen. Der Konzern hatte im vergangenen Jahr auf Druck der Bundesregierung ein Sanierungsprogramm gestartet, durch das die Bahn bis 2028 zuverlässiger aber auch wirtschaftlicher werden soll. Entsprechend seien die finanziellen Handlungsspielräume "knapp bemessen", betonte Seiler.

Die Ko-Verhandlungsführerin der EVG, Cosima Ingenschay, sprach "angesichts der schwierigen Situation" von einem "großen Erfolg". Neben der Beschäftigungssicherung bis Ende 2027 hob sie eine dreimalige Zusatzzahlung für EVG-Mitglieder hervor, die ebenfalls Teil der Einigung sei. "Es lohnt sich schon deshalb in der richtigen Gewerkschaft zu sein", erklärte sie - ein Seitenhieb gegen die Konkurrenzgewerkschaft GDL.

Mit der EVG-Tarifeinigung dürfte es im gesamten Jahr 2025 keine Streiks bei der Deutschen Bahn geben. Der Tarifvertrag der streikerprobten Lokführergewerkschaft GDL läuft noch bis Ende des Jahres, die Friedenspflicht endet Ende Februar. Ab März 2026 drohen also wieder Streiks.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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