Deutsche Tageszeitung - Weidel für Gleichstellung homosexueller Partnerschaften - Auftritt in TV-Debatte

Weidel für Gleichstellung homosexueller Partnerschaften - Auftritt in TV-Debatte


Weidel für Gleichstellung homosexueller Partnerschaften - Auftritt in TV-Debatte
Weidel für Gleichstellung homosexueller Partnerschaften - Auftritt in TV-Debatte / Foto: © AFP

AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel hat ein Bekenntnis gegen jede Benachteiligung von gleichgeschlechtlichen Beziehungen abgelegt. Sie sei überzeugt, "dass Lebenspartnerschaften von Homosexuellen - Frau und Frau, Mann und Mann - gleichgestellt sein sollten, ohne das Institut der Ehe zu berühren", sagte Weidel am Montagabend in der ARD-Sendung "Wahlarena". Dass sie selbst in einer Partnerschaft mit einer Frau zusammenlebe, sei für sie kein Widerspruch zum Parteiprogramm der AfD, in der die Familie mit Vater und Mutter als Leitbild dargestellt wird.

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"Ich kann als Frau, die mit einer Frau zusammen ist, als Politikerin genau dieses Leitbild vertreten, weil ich glaube, dass die Familien in Deutschland unter die Räder gekommen sind", sagte Weidel, deren AfD vom Verfassungsschutz als in Teilen rechtsextremistisch eingestuft wird. Sie glaube, "dass die Familie die Keimzelle unserer Gesellschaft ist". Der Staat solle sich aber nicht in Partnerschaftsmodelle einmischen.

Auf die Nachfrage, ob der thüringische AfD-Politiker Björn Höcke vom äußerst rechten Rand das genauso sehe, erwiderte Weidel in der Fernsehsendung: "Ich nehme die Frage gerne mit - ich glaube schon." Sie fügte hinzu: "Wir haben uns ausgesprochen. Die Partei kennt mich sehr gut."

In der Sendung gab Weidel auch Einblick in ihre privaten Lebensverhältnisse. "Ich lebe in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft, die mit der Ehe gleichgestellt werden müsste." Mit ihrer Frau habe sie zwei Söhne im Alter von acht und zwölf Jahren. Ein Thema, das sie regelmäßig mit ihrer Frau diskutiere, sei: "Was ist, wenn mir was passiert? Wenn ich bei einem Anschlag versterbe?" Lebenspartnerschaften müssten erbrechtlich und in allen anderen Gebieten der Ehe gleichgestellt sein, forderte Weidel.

Weidel sprach das Thema in der TV-Sendung an, nachdem eine Zuschauerin im Studio ihr die Frage gestellt hatte: "Wie passt Ihr Lebensentwurf zum Programm der AfD?" Zuvor hatte bereits ein junger Zuschauer, der sich selbst als homosexuell bezeichnete, seiner Sorge über homophobe Tendenzen in der AfD geäußert. "Ich habe Angst", sagte der junge Mann an Weidel gewandt. Die AfD-Politikerin antwortete, sie setze sich dafür ein, "dass Sie frei nach ihrer Facon leben können, so wie ich das Gott sei Dank auch kann".

(U.Stolizkaya--DTZ)

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