Deutsche Tageszeitung - Trump unnachgiebig bei Verbannung von Nachrichtenagentur AP aus Oval Office

Trump unnachgiebig bei Verbannung von Nachrichtenagentur AP aus Oval Office


Trump unnachgiebig bei Verbannung von Nachrichtenagentur AP aus Oval Office
Trump unnachgiebig bei Verbannung von Nachrichtenagentur AP aus Oval Office / Foto: © AFP

US-Präsident Donald Trump hat sich hinsichtlich der dauerhaften Verbannung der renommierten US-Nachrichtenagentur Associated Press (AP) aus seinem Büro und dem Präsidentenflugzeug unnachgiebig gezeigt. Er begründete den Schritt am Dienstag vor Reportern auf seinem Anwesen Mar-A-Lago in Florida mit der Weigerung von AP, den Golf von Mexiko gemäß seiner Anordnung als "Golf von Amerika" zu bezeichnen. AP werde so lange draußen gelassen, "bis sie zustimmen, dass es sich um den Golf von Amerika handelt", sagte er.

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"Er heißt jetzt Golf von Amerika. Er wird nicht mehr Golf von Mexiko genannt", sagte Trump zu der von ihm veranlassten Umbenennung. AP aber "weigert sich einfach, sich an das Gesetz zu halten".

Seit vergangener Woche Dienstag war AP-Reportern mehrfach der Zugang zu Terminen des Präsidenten im Oval Office verweigert worden. Am Freitag wurde die Nachrichtenagentur dann dauerhaft aus dem Oval Office und der Air Force One verbannt.

Grund ist, dass AP den Golf von Mexiko weiterhin mit seinem seit mehr als 400 Jahren angestammten Namen bezeichnet. Trump hatte unmittelbar nach seinem Amtsantritt im Januar per Dekret die Umbenennung des Gewässers in Golf von Amerika verfügt.

AP-Chefredakteurin Julie Pace verurteilte das Vorgehen des Weißen Hauses als Verstoß gegen die in der US-Verfassung festgeschriebene Rede- und Pressefreiheit. Zudem werde damit den "Milliarden von Menschen ein schlechter Dienst erwiesen", die sich auf der Suche nach unparteiischen Nachrichten auf die Nachrichtenagentur verließen, kritisierte AP.

AP ist die größte Nachrichtenagentur in den USA. Ihr sprachliches Regelwerk gehört seit Jahren zur Standardlektüre für Nachrichtenredaktionen und Firmenbüros. In einem stilistischen Hinweis hatte AP im vergangenen Monat erklärt, dass Trumps Namens-Erlass "nur innerhalb der Vereinigten Staaten Berechtigung besitzt". Als globale Nachrichtenagentur, die Nachrichten auf der ganzen Welt verbreite, müsse AP "sicherstellen, dass Ortsnamen und Geografie für alle Zielgruppen leicht erkennbar sind", hieß es weiter.

Die einflussreiche Vereinigung White House Correspondents' Association kritisierte den AP-Ausschluss als "empörend". Aus Sicht ihres Präsidenten Eugene Daniels könnte "der Versuch der Regierung, die freie Presse zu zensieren", sich "abschreckend" auf die "furchtlose" Berichterstattung von Journalisten auswirken.

(U.Kabuchyn--DTZ)

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