Deutsche Tageszeitung - Experten warnen: Abhängigkeit von Halbleitern aus Taiwan ist ein großes Risiko

Experten warnen: Abhängigkeit von Halbleitern aus Taiwan ist ein großes Risiko


Experten warnen: Abhängigkeit von Halbleitern aus Taiwan ist ein großes Risiko
Experten warnen: Abhängigkeit von Halbleitern aus Taiwan ist ein großes Risiko / Foto: © AFP

Angesichts der enormen Bedeutung von Chips insbesondere für die Autoindustrie in Deutschland haben Experten vor dem Risiko der bestehenden Abhängigkeit bei Halbleitern aus Taiwan gewarnt. Wie die Managementberatung Horváth in Stuttgart am Donnerstag mitteilte, sollten Unternehmen aus Europa Reserven schaffen, Halbleiter-Fabriken außerhalb von Taiwan aufbauen und die globalen Lieferketten stärken. Besonders bei hochmodernen Chips gibt es demnach kurzfristig aber kaum Alternativen.

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"Europa investiert mittlerweile in den Aufbau eigener Halbleiterkapazitäten, doch die Abhängigkeit von Taiwan wird weiter bestehen bleiben", erklärte Ralf Gaydoul, Partner bei Horváth. Besonders bei hochentwickelten Chips, die auch für moderne Fahrzeuge von Bedeutung sind, wird Taiwans Stellung auf dem Weltmarkt demnach deutlich: 92 Prozent dieser speziellen Halbleiter kommen aus Taiwan.

Es bestehe die ständige Gefahr einer Eskalation des Konflikts zwischen Taiwan und der Volksrepublik China, erklärte Gaydoul. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz und will die Insel mit dem Festland vereinigen, notfalls mit militärischen Mitteln. Immer wieder hatte China Taiwan in der Vergangenheit gedroht und Militärmanöver in der Nähe der Insel abgehalten.

Besonders stark abhängig sei der Automobilsektor, führte Gaydoul aus. Wegen der stark steigenden Nachfrage in diesem Bereich könnten Knappheiten sogar ohne eine Eskalation um Taiwan entstehen. "Der weltweite Automarkt wächst, Fahrzeuge werden elektrischer, und neue Produktionskapazitäten entstehen nicht schnell genug." Eine erneute Halbleiterkrise, wie zwischen 2020 und 2023, sei nur "eine Frage der Zeit".

Firmen in Deutschland und Europa müssten sich mit den Gefahren auseinandersetzen und ein Frühwarnsystem etablieren. Es brauche zudem strategische Reserven für kritische Komponenten und eine bessere internationale Vernetzung, auch mit möglichen alternativen Lieferanten. Laut Horváth seien darüber hinaus Investitionen in die Forschung nötig, um neue Technologien zu entwickeln.

(M.Dylatov--DTZ)

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