Deutsche Tageszeitung - Deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft

Deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft


Deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft
Deutsche Wirtschaft im vierten Quartal um 0,2 Prozent geschrumpft / Foto: © AFP

Deutschlands Wirtschaft ist im letzten Quartal des vergangenen Jahres geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte und damit vorläufige Angaben von Ende Januar bestätigte. Auch für das Gesamtjahr bestätigten die Statistiker einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent; es war das zweite Rezessionsjahr in Folge.

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Im vierten Quartal 2024 wurden laut Statistik deutlich weniger Waren exportiert als im dritten Quartal. Die Investitionen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge gingen ebenfalls zurück, es war der fünfte Rückgang in Folge. Die Bauinvestitionen dagegen stiegen leicht, begünstigt durch die milde Witterung. Auch die Konsumausgaben nahmen etwas zu.

Im Vergleich zum Vorjahr sank das BIP im vierten Quartal preisbereinigt um 0,4 Prozent. Preis- und kalenderbereinigt war der Rückgang den Angaben zufolge geringer, da 2024 ein Arbeitstag weniger zur Verfügung stand.

"Vier Faktoren erklären derzeit die anhaltende Wachstumsschwäche", erläuterte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien: Erstens komme Deutschland zunehmend durch eine veränderte geopolitische Situation unter Druck. "China und zunehmend auch die USA schützen und fördern ihre eigene Industrie auf Kosten anderer Länder." Zweitens wirkten immer noch die Folgen des Energiepreisschocks durch die russische Ukraine-Invasion nach, Erdgas und Strom sind demnach mehr als doppelt so teuer wie vor der Corona-Pandemie.

Drittens belasteten die hohen Zinsen der Europäischen Zentralbank den Wohnungsbau. Und viertens bremse eine restriktive Finanzpolitik das Wachstum. Die künftige Bundesregierung müsse schnell neue Impulse setzen, um diese Wachstumsschwäche zu überwinden, erklärte Dullien.

(L.Svenson--DTZ)

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