Deutsche Tageszeitung - EuGH: Google muss womöglich Android Auto mit italienischer App kompatibel machen

EuGH: Google muss womöglich Android Auto mit italienischer App kompatibel machen


EuGH: Google muss womöglich Android Auto mit italienischer App kompatibel machen
EuGH: Google muss womöglich Android Auto mit italienischer App kompatibel machen / Foto: © AFP/Archiv

Nach einem neuen Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) muss die Google-Mutter Alphabet womöglich ihr System Android Auto für eine weitere App öffnen. Den Zugang nicht zu ermöglichen, könnte ein Wettbewerbsverstoß sein, wie der EuGH am Dienstag in Luxemburg entschied. Unter bestimmten Umständen dürfe Google sich aber weigern. (Az. C-233/23)

Textgröße ändern:

Mithilfe von Android Auto können Nutzer über den Bordbildschirm in ihrem Wagen auf verschiedene Apps ihres Handys zugreifen. Google stellt Vorlagen - sogenannte Templates - bereit, damit andere Firmen ihre Apps mit Android Auto kompatibel machen können.

Der italienische Energiekonzern Enel brachte 2018 die App JuicePass auf den Markt. Sie kann Ladestationen für Elektrofahrzeuge lokalisieren und buchen. Enel bat Google, JuicePass mit Android Auto kompatibel zu machen. Google lehnte das ab, da es kein passendes Template gebe. Ein neues Template müsste erst entwickelt werden. Außerdem führte Google Sicherheitsbedenken an.

Die italienische Wettbewerbsbehörde sah darin einen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und verhängte eine Geldbuße von mehr als 100 Millionen Euro. Indem es die Veröffentlichung von JuicePass auf der Plattform Android Auto behindert und verzögert habe, habe Google seine beherrschende Stellung missbraucht. Gegen diese Entscheidung zog Google vor den italienischen Staatsrat, der wiederum dem EuGH Fragen vorlegte.

Dieser antwortete nun, dass ein Unternehmen in beherrschender Stellung einen Wettbewerbsverstoß begehen könnte, wenn es die Kompatibilität seines Systems mit der fremden App unmöglich mache. Das könne dann der Fall sein, wenn die Plattform Android Auto dazu entwickelt worden sei, auch durch andere Unternehmen genutzt zu werden, und wenn sie die jeweilige App attraktiver für Verbraucher mache.

Bestimmte Gründe könnten eine Weigerung Googles aber rechtfertigen, so der EuGH: wenn es technisch nicht möglich wäre, das System mit der App kompatibel zu machen oder wenn die Sicherheit oder Funktionalität der Plattform gefährdet wären.

In Italien muss nun geprüft werden, ob der Wettbewerb behindert wurde. Wenn das so wäre, müsste Google dem EuGH zufolge eine Vorlage für JuicePass entwickeln, gegebenenfalls gegen eine angemessene finanzielle Gegenleistung.

(Y.Leyard--DTZ)

Empfohlen

Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Stellen ab

Der Sportwagenhersteller Porsche baut bis 2035 weitere 5000 Arbeitsplätze ab. Der Stellenabbau werde "sozialverträglich" und mittels natürlicher Fluktuation, Altersteilzeit und Aufhebungsverträge umgesetzt, erklärte der Autobauer am Montag. Zugleich sicherte Porsche den Erhalt seiner Standorte zu und schloss betriebsbedingte Kündigungen bis 2035 aus.

China-Geschäft bricht weiter ein - Audi senkt Umsatzprognose

Vor dem Hintergrund weiter einbrechender Verkäufe in China hat der Autobauer Audi seine Umsatzprognose für 2026 gesenkt. Gerechnet wird nun mit 58 bis 63 Milliarden Euro - fünf Milliarden weniger als im Frühling erwartet, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Montag mitteilte. Finanzchef Jürgen Rittersberger stellte weitere Sparmaßnahmen in Aussicht.

Ferien in ganz Deutschland: ADAC erwartet staureichstes Wochenende des Sommers

Für das kommende Wochenende rechnet der ADAC mit den wohl staureichsten Reisetagen der gesamten Ferienzeit. Da sich nun alle Bundesländer in den Sommerferien befinden, soll die Reisewelle am ersten August-Wochenende erfahrungsgemäß ihren Höhepunkt erreichen, wie der Automobilklub am Montag in München mitteilte. Zudem sorge der Urlaubs- und Transitverkehr aus den deutschen Nachbarländern für volle Autobahnen.

Geschäftsklima im Juli weiter verbessert - Analysten: Enwicklung unsicher

Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland hat sich im Juli den dritten Monat in Folge verbessert - Experten halten die Datenlage allerdings bereits wieder für überholt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex legte von 85,7 Punkten im Juni auf 86,6 Punkte zu, wie das Münchener Institut am Montag mitteilte. Die sehr volatile Situation im Iran-Krieg lässt jedoch Zweifel an dem Optimismus aufkommen.

Textgröße ändern: