Deutsche Tageszeitung - Studie: Energiewende in Deutschland kommt weiter nur schleppend voran

Studie: Energiewende in Deutschland kommt weiter nur schleppend voran


Studie: Energiewende in Deutschland kommt weiter nur schleppend voran
Studie: Energiewende in Deutschland kommt weiter nur schleppend voran / Foto: © AFP/Archiv

Die Energiewende in Deutschland bleibt laut einer Studie im Auftrag der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) hinter ihren Erwartungen zurück. "Mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und dem Netzausbau kommen wir weiter nur schleppend voran", sagte VBW-Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Dienstag in München. Sorge bereiten zudem die weiterhin hohen Energiekosten für die Industrie.

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Für das mittlerweile 13. Monitoring der VBW analysierte die Beratungsfirma Prognos offizielle Statistiken von Bundes- und Landesbehörden und glich diese mit den Zielvorgaben der Bundesregierung und der bayrischen Landesregierung ab. Die Daten stammen vorwiegend aus dem Jahr 2023, teilweise auch aus dem vergangenen Jahr.

"Erneut können wir keine Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr erkennen. Das ist alarmierend", sagte Brossardt. Beim Netzausbau hinke Deutschland den Zielen weit hinterher, der Rückstand betrage gut 2200 Kilometer. Brossardt forderte daher verkürzte Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesse.

Sorge bereitet dem Verband auch der Ausbau der Windenergie: Brossardt sieht dort "noch reichlich Luft nach oben" und forderte die Bevölkerung auf, "der Windkraft offener gegenüber zu stehen". Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Gesamtleistung der Windenergieanlagen an Land auf 115 Gigawatt im Jahr 2030 zu steigern. Aktuell steht Deutschland bei rund 63,5 Gigawatt. Besser läuft es den Angaben zufolge beim Zubau von Solarkraft, wo die Ausbauziele laut Brossardt "in Reichweite" liegen.

Ein Problem stellten indes die weiter hohen Energiepreise dar. Die Kosten seien in anderen europäischen Ländern wie Spanien und Frankreich um 40 Prozent beziehungsweise 30 Prozent niedriger. Deutschland entstehe so ein "deutlicher Wettbewerbsnachteil", kritisierte Brossardt.

Die VBW forderte daher die dauerhafte Absenkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß. Dieses liegt bei 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Für die energieintensive Industrie sei zudem ein Brückenstrompreis nötig. Hoffnung setzt Brossardt nun auch in die neue Regierung: Diese müsse nicht nur der Wirtschaft insgesamt, sondern auch der Energiewende "neuen Schwung verleihen".

(W.Uljanov--DTZ)

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