Deutsche Tageszeitung - Italiens Industrieminister Urso fordert mehr Unterstützung für die Stahlindustrie

Italiens Industrieminister Urso fordert mehr Unterstützung für die Stahlindustrie


Italiens Industrieminister Urso fordert mehr Unterstützung für die Stahlindustrie
Italiens Industrieminister Urso fordert mehr Unterstützung für die Stahlindustrie / Foto: © AFP

Italiens Industrieminister hat angesichts der Krise in der europäischen Stahlindustrie zu einer stärkeren Unterstützung auf europäischer Ebene aufgerufen. "Wenn unser Modell zur Schrumpfung der Industrie führt und nicht zur Dekarbonisierung, dann wird uns niemand folgen", sagte der Adolfo Urso nach einem Treffen mit mehreren europäischen Amtskollegen am Donnerstag in Paris. "Europa ist nicht wettbewerbsfähig", kritisierte er.

Textgröße ändern:

Er forderte insbesondere Maßnahmen mit Blick auf die hohen Strompreise. Wenn die EU elektrische Hochöfen wolle, um die CO2-Emissionen zu verringern, dann müsse sie dies auch mitfinanzieren, sagte Urso.

Sein französischer Amtskollege Marc Ferracci forderte "starke Maßnahmen" zur Unterstützung der europäischen Stahlindustrie. "Es kommt zu viel massiv subventionierter Stahl aus China nach Europa", sagte er.

Das CO2-Grenzausgleichssystem, das die Verlagerung von Treibhausgasemissionen in Nicht-EU-Länder verhindern soll, müsse weiter gestärkt werden, betonte Ferracci. Wenn es keine ausreichende Unterstützung für die Stahlindustrie gebe, dann müssen Fabriken schließen, und Arbeitsplätze würden vernichtet.

Ferracci hatte Kollegen aus rund 15 stahlproduzierenden Ländern zu den Gesprächen eingeladen, darunter Polen, Italien, Spanien, Luxemburg, die Slowakei, Griechenland, Finnland, Österreich, Ungarn, Schweden, die Niederlande, Rumänien, Belgien und Slowenien.

In Brüssel plant EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für Montag ein Treffen mit Industrievertretern. Brüssel will in den kommenden Wochen einen Aktionsplan für die Stahlindustrie vorlegen, die unter billiger Konkurrenz aus China und unter steigenden Energiepreisen leidet.

Unklar ist bislang, wie die EU auf zusätzliche US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte in Höhe von 25 Prozent reagiert, die Präsident Donald Trump Anfang Februar verhängt hatte. Sie sollen ab dem 12. März fällig werden. Brüssel hatte die Zölle als "ungerechtfertigt" kritisiert und "entschlossene und verhältnismäßige Gegenmaßnahmen" angekündigt.

Bei einem Treffen mit Trump in Washington hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Montag für einen "fairen Wettbewerb" geworben. "Ich hoffe, ich habe ihn überzeugt", sagte Macron anschließend. Er habe seinem US-Kollegen gesagt, dass er es sich nicht leisten könne, "gleichzeitig einen Handelskrieg gegen China und Europa zu führen".

(V.Sørensen--DTZ)

Empfohlen

Italienische Feministin und frühere EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot

Sie galt als radikale Feministin und war eine der beliebtesten Politikerinnen ihres Landes - nun ist die Italienerin Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben. Das gab die von ihr gegründete Kleinpartei Mehr Europa am Freitag auf Facebook bekannt. Bonino kämpfte für das Recht auf Scheidung und Abtreibung und setzte sich zeitlebens für humanitäre Belange ein. Sie war Außenministerin und EU-Kommissarin. Italiens Regierungschefin Georgia Meloni und EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola würdigten die Verdienste Boninos.

Bab al-Mandab: Deutsche Reeder besorgt über Sicherheitslage im Roten Meer

Die deutschen Reeder haben sich besorgt über die Sicherheitslage für die Schifffahrt im Roten Meer gezeigt. "Mit der Einnahme der Insel Mayyun durch die mit dem Iran verbündeten Huthi wächst die Bedrohung am strategisch wichtigen Bab al-Mandab erheblich", erklärte der Verband Deutscher Reeder (VDR) am Freitag. "Für Schiffe, die die Meerenge weiterhin passieren, steigt das Risiko; für Reedereien, die das Gebiet derzeit umfahren, rückt eine Rückkehr auf die direkte Route durch das Rote Meer in noch weitere Ferne."

Paris rechnet erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent

Frankreich rechnet im laufenden Jahr erneut mit einem Defizit von mehr als fünf Prozent. Das ursprüngliche Ziel von fünf Prozent einzuhalten, sei "nicht mehr möglich", sagte Wirtschaftsminister Roland Lescure am Freitag in Paris. Im Vorjahr hatte das Defizit bei 5,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gelegen. Zudem senkte Frankreich zum dritten Mal seit Jahresbeginn seine Wachstumsprognose weiter ab, von zuletzt 0,7 Prozent auf nun 0,5 Prozent. Für das kommende Jahr werde ein Wachstum in Höhe von einem Prozent erwartet, erklärte Lescure.

Bas bekennt sich zu Rentenreform - und verspricht "Vertrauensschutz"

Klares Ja zur Rentenreform, aber nicht zu Lasten langjährig Beschäftigter: Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich im Bundestag zur grundlegenden Neuausrichtung der gesetzlichen Altersvorsorge bekannt. Zugleich trat sie am Freitag im Bundestag Befürchtungen wegen einer möglichen Abschaffung der "Rente mit 63" entgegen: Hier werde es einen "Vertrauensschutz" geben. Während die Union die entschlossene Umsetzung der Vorschläge der Rentenkommission anmahnte, warf die Opposition der Bundesregierung eine Politik der sozialen Kälte vor.

Textgröße ändern: